Carstens-Stiftung: Funkstörung bei Bakterien (Teil 2)

Rubrik: Studien kurz und knapp

Funkstörung bei Bakterien (Teil 2)

Pflanzenextrakt kann die Produktion von Bakterien-Giftstoff senken: Bakterien können untereinander kommunizieren. Die Störung dieser Kommunikation spielt eine wichtige Rolle bei der Vermeidung von Infektionen. Können pflanzliche Extrakte die Interaktion unterbinden?

Auch Bakterien kommunizieren untereinander. Die Kommunikation wird unter anderem dazu benutzt, um die Produktion von Substanzen auszulösen, die den menschlichen Körper schädigen und/oder seine Besiedlung ermöglichen. Eine Störung dieser Kommunikation kann deshalb zur Vermeidung von Infektionen mit Bakterien ausgenutzt werden. In einer neuen Arbeit wurden Extrakte aus verschiedenen Mangroven-Bäumen daraufhin untersucht, ob sie diese Kommunikation beeinträchtigen können (1).

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Aus zwei Arten von Mangrovenbäumen (Rhizophora apiculata, R. Mucronata) wurden Pflanzenextrakte isoliert und in Laborversuchen gegen Stämme des Bakteriums Pseudomonas aeruginosa getestet. Die Pflanzenextrakte senkten die Produktion eines bestimmten Bakterien-Giftstoffes ("Pyocyanin") bei verschiedenen P. aeruginosa Stämmen im Vergleich zur unbehandelten Kontrolle zwischen 55 und 90%. Ein Eiweiß, das die Besiedlung des menschlichen Körpers durch P. aeruginosa erleichtert, wurde zwischen 35 und 50% unterdrückt. Darüber hinaus konnte die Biofilmbildung, mit welcher sich Bakterien unter Umständen einer Antibiotikatherapie entziehen können, deutlich gehemmt werden.

Weitere Versuche zeigten aber gleichzeitig, dass die Pflanzenextrakte die Bakterien nicht abtöteten. Die Autoren vermuten daher, dass die Pflanzenextrakte störend auf das Kommunikationssystem eingewirkt haben, so dass die für Menschen gefährlichen Prozesse nicht bzw. nur vermindert eingeleitet werden konnten. Dies wird auch durch Versuche mit einem weiteren Bakterium nahegelegt.

Einschätzung:

Eine Vielzahl an unterschiedlichen Experimenten unter Anwendung aktueller Methoden wird in dieser Arbeit beschrieben. Am beeindruckendsten ist die Verminderung der Biofilmbildung durch den Extrakt aus R. apiculata, auch wenn sie leider am schlechtesten dokumentiert wurde. Auch an anderer Stelle ist die Dokumentation der eigentlich guten Ergebnisse leider nicht optimal gelungen.

Literatur

Annapoorani A, Kalpana B, Musthafa KS, Pandian SK, Ravi AV. Antipathogenic potential of Rhizophora spp. against the quorum sensing mediated virulence factors production in drug resistant Pseudomonas aeruginosa. Phytomedicine. 2013 Aug 15;20(11):956-63. Opens external link in new windowAbstract


Dieser Artikel erschien in der Kategorie: Rubrik: Studien kurz und knapp

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