Rubrik: Studien kurz und knapp

Fachambulanz für Naturheilkunde in der Onkologie an der Friedrich Schiller Universität Jena

Das von der Carstens-Stiftung finanzierte Projekt verfolgt ein Ziel: Schulmedizin und Naturheilkunde gehen Hand in Hand im Kampf gegen Krebs.

In Europa setzt jeder dritte Krebspatient komplementärmedizinische Heilmethoden ein. In Deutschland sind es sogar zwischen 60 und 80 Prozent. Dies macht eines deutlich: Die Integration von Naturheilverfahren in die Krebstherapie ist notwendiger denn je. Und das auf allen Ebenen der medizinischen Versorgung.

Projekt

Die Ambulanz für Naturheilkunde in Jena ist der erste Schritt, naturheilkundliche Behandlungsmethoden in die Onkologie der Universitätskliniken zu integrieren. Die Devise lautet: Kombination statt „Entweder-Oder“. Dies entspricht den Bedürfnissen und Erwartungen der Patienten. Sie wollen eine Ergänzung der konventionellen Versorgung durch die Heilmethoden der Naturmedizin ohne dabei auf die fachärztliche Beratung verzichten zu müssen. Der Selbstversuch hinter dem Rücken des Arztes sollte der Vergangenheit angehören.

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Eindeutiger Schwerpunkt des Universitätsklinikums Jena ist die Onkologie. Der Arbeitsbereich für Krebserkrankungen, Hämatologie sowie Stammzell-(Knochenmark-)transplantation verfügt über 76 Betten, hinzu kommen die Krebspatienten der anderen Abteilungen, eine Spezialambulanz für Krebspatienten und eine Schmerzambulanz sowie ein angeschlossener Hausbetreuungsdienst.

1996 wurde die Mildred-Scheel-Station für Knochenmarktransplantation eingeweiht, für die die Deutsche Krebshilfe fünf Millionen Mark, das Land Thüringen und der Bund 6,5 Millionen Mark bereitgestellt hatten. In dem 2000 erbauten „neuen Forschungshaus“ wurde eine Forschungsabteilung auf modernstem Standard eingerichtet. Nicht nur institutionell, sondern auch personell bot das Vorhaben, in Jena Naturheilkunde in die Onkologie zu integrieren, beste Voraussetzungen.

Der amtierende ärztliche Direktor des gesamten Universitätsklinikums, Prof. Höffken, ist der Präsident der Deutschen Krebsgesellschaft, der führenden onkologischen Fachgesellschaft. Bereits diese eher formale Beschreibung des Projekthintergrundes und der vorhandenen Infrastruktur zeigt die „Marschrichtung“ des Projektes deutlich: In Jena wurde von seiten der etablierten Onkologie ein Zugang zur Naturheilkunde gesucht. Hier öffnete eine im Fach führende Universitätsklinik, in der bislang ausschließlich konventionell behandelt wurde, erstmals ihre Tore für unkonventionelle Therapiemethoden.

Infrastruktur

Mit dem Anliegen, zunächst eine Beratung für Krebspatienten einzurichten, wandte sich Prof. Höffken an die Carstens-Stiftung. Gemeinsam wurde das Konzept einer Ambulanz für Naturheilkunde mit einer von der Carstens-Stiftung finanzierten Arzt-Stelle entwickelt. Diese wurde mit Dr. Katja Zulkowski besetzt.

Schon bald entstand die Idee, intensiv mit den SANITAS Dr. Köhler Parkkliniken, einer Fachklinik für Naturheilverfahren in Bad Elster, zu kooperieren. Die SANITAS Dr.-Köhler-Parkkliniken ist eine Fachklinik für Chronische Erkrankungen und Naturheilverfahren sowie die Modell-Rehabilitationsklinik für wissenschaftliche Naturheilkunde der Deutschen Angestellten Krankenkasse (DAK).

Dr. Zulkowski wurde intensiv in Bad Elster wie auch in der Abteilung für Naturheilkunde der Universitätsklinik Berlin geschult. Unterstützt wird sie von der leitenden Oberärztin wie auch von einer mittlerweile für onkologische Erkrankungen ausgebildeten Gesundheitstrainerin aus Bad Elster.

Das Sozialgesetzbuch fordert die Selbstverantwortung gegenüber der eigenen Gesundheit. Dies wird in Jena ernst genommen. Im Beratungsgespräch wird die Autonomie der Patienten gefördert, der Behandlungsplan wird gemeinsam entwickelt. Dieser besteht aus klassischen Therapien der Naturheilkunde, wie Schröpfen, Akupunktur oder der Misteltherapie und wird ergänzt durch ein optionales zehnwöchiges Gesundheitstraining.

Ziele

Ziel des Projektes war die Verbesserung der Lebensqualität von Tumorpatienten durch naturheilkundliche Behandlungsformen. Ein primäres Therapieziel bestand dabei in der Linderung von Nebenwirkungen der konventionellen Therapie. Weitere Ziele: Die wissenschaftliche Evaluation der angewandten Verfahren und die Integration der Naturheilkunde in universitäre Behandlungskonzepte.

Ergebnisse

In der ersten Phase des Projektes wurde eine Umfrage am Klinikum selbst durchgeführt, um herauszufinden, wie groß das Interesse von Tumorpatienten, aber auch seitens des Klinikpersonals an den Naturheilverfahren ist. Den Satz „Ich bin an Naturheilverfahren prinzipiell interessiert“ bejahten 61% der Tumorpatienten. Die Fachambulanz für Naturheilkunde in Anspruch nehmen würden 57% von ihnen, an einem Gesundheitstraining teilnehmen 49%. Diese Ergebnisse stimmen außerordentlich zuversichtlich. Auch eine große Mehrheit der an der Umfrage teilgenommenen Mitarbeiter des Klinikums bekundeten ihr Interesse an Naturheilverfahren.

Zwischenzeitlich scheint sich das Interesse an komplementärmedizinischen Verfahren in der Onkologie in Jena sogar auszuweiten: Bei einer neu zu besetzenden Stelle in der konventionellen Jenaer Onkologie fiel die Wahl auf eine junge Ärztin mit der Zusatzausbildung Homöopathie.

Mittlerweile ist die Naturheilkunde Ambulanz in Jena außerdem komplett ausgelastet. Die Wartezeiten für einen Termin sind bis auf ein halbes Jahr angestiegen. Für viele Krebskranke ein zu langer Zeitraum. Damit noch mehr Patienten die positiven Effekte einer komplementären Krebstherapie unter fachkundiger Anleitung erleben können, wäre es wünschenswert, ähnliche Einrichtungen an anderen Universitätskliniken zu etablieren.

Leiterin der Einrichtung:
> Dr. Katja Zulkowski
Bereich Homöopathie:
> Dr. Doreen Jänichen
Ärztlicher Direktor:
> Prof. Klaus Höffken
Oberarzt der Klinik für Innere Medizin II:
> PD Dr. Hans-Jörg Fricke

Zeitrahmen des Projektes:
> Projektbeginn: 01.01.2003
> Eröffnung der Ambulanz: 21.03.2003

Projektfinanzierung:
> 01.01.2003 - 31.12.2004: 61.355 Euro
> Verlängerung 01.01.2005 - 31.12.2007: 150.000 Euro
> Gesamtsumme: 211.355 Euro

Erfolgskontrolle:
> Statistische Auswertung der Therapie
> Klinische Studien

Bilanz:
> Auslastung erreicht
> Nachfrage steigt

Michèl Gehrke

Michèl Gehrke, M.A.
Pressesprecher

Telefon: 0201 56 305 61
E-Mail: Öffnet ein Fenster zum Versenden der E-Mailm.gehrke@carstens-stiftung.de


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„Der Arzt und die Ärztin der Zukunft sollen zwei Sprachen sprechen, die der Schulmedizin und die der Naturheilkunde und Homöopathie. Im Einzelfall sollen sie entscheiden können, welche Methode die beste für den Patienten ist.“

(Veronica Carstens)