Studien kurz und knapp

Entspannende Fußmassage vor Bronchoskopie

Die Wirkung einer Reflexzonentherapie auf die Angst der Patienten vor einer Lungenspiegelung untersuchten iranische Wissenschaftler in einer randomisierten klinischen Studie.

Invasive diagnostische Verfahren wie z.B. eine Bronchoskopie erzeugen bei den betroffenen Patienten häufig Ängste vor dem Eingriff, möglichen Beschwerden oder Schmerzen, dem Ausgeliefertsein (Kontrollverlust) sowie der Diagnose. Die damit verbundenen physiologischen Veränderungen können die Durchführung des Eingriffes erschweren und die Erholungsphase der Patienten verlängern. Meist medikamentöse aber auch nicht-pharmakologische Verfahren werden zur Herabsetzung des Angstlevels eingesetzt. Zu Letzteren zählt die Reflexzonentherapie. In der vorliegenden Studie wurde nun erstmals der Einsatz einer Fußreflexzonenmassage zur Linderung der Angst vor einer Bronchoskopie getestet.

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80 Patienten, die erstmals einer Lungenspiegelung unterzogen wurden, ordneten die Wissenschaftler nach dem Zufallsprinzip einer Massage- und einer Kontrollgruppe ohne manuelle Therapie zu. Die Fußreflexzonenmassage wurde jeweils am Morgen der Lungenuntersuchung durchgeführt und dauerte für beide Füße insgesamt 30 Minuten. Zu folgenden drei Zeitpunkten wurden in beiden Gruppen die empfundene Angst (mittels Visueller Analogskala), die Herz- und Atemfrequenz, der Blutdruck sowie die arterielle Sauerstoffsättigung gemessen:
T1 = am Morgen (vor der Reflexzonenmassage)
T2 = nach 30 Minuten in der Kontrollgruppe bzw. nach der Anwendung (Massagegruppe)
T3 = unmittelbar vor der Bronchoskopie

Die Fußreflexzonenmassage bewirkte eine unmittelbare (T2) Beruhigung der Patienten, die sich auch in der Messung der physiologischen Parameter wiederspiegelte und noch bis kurz vor dem Eingriff (T3) anhielt. Im Vergleich zur Kontrollgruppe, bei der die Angst, die Blutdruckwerte sowie Herz- und Atemfrequenz über die drei Messzeitpunkte anstiegen, lagen die Werte in der Massagegruppe signifikant niedriger bzw. hinsichtlich der arteriellen Sauerstoffsättigung höher.

Einschätzung:

Die Durchführung einer Fußreflexzonenmassage im Vorfeld einer Bronchoskopie und möglicherweise auch anderer invasiver diagnostischer Untersuchungen scheint ein probates nicht-medikamentöses Verfahren zu sein, die Patienten zu beruhigen und hinsichtlich ihres physiologischen Zustandes zu stabilisieren.
Methodische Schwächen der vorliegenden Studie sind jedoch, dass die Erfassung der verschiedenen Messparameter offenbar durch die behandelnde Therapeutin durchgeführt wurde, und sowohl Herz- als auch Atemfrequenz pro Minute gezählt anstatt mit einem geeigneten Gerät gemessen wurden. Eine (unbewusste) Einflussnahme auf die Messwerte könnte somit stattgefunden haben.

Literatur

Shahsavari H, Abad MEE, Yekaninejad MS. The effects of foot reflexology on anxiety and physiological parameters among candidates for bronchoscopy: A randomized controlled trial. Eur J Integr Med 2017; 12: 177-181. Öffnet externen Link in neuem FensterAbstract

Petra Koczy

Petra Koczy, Dipl.-Biol.
Fachbereich Bibliothek | Informationsmanagement

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