Carstens-Stiftung: Schwedische Massage als sinnvolle Alternative bei Angststörungen.

Rubrik: Studien kurz und knapp

Angststörungen mit Massage entgegenwirken

Sorgen, Ängste, Reizbarkeit und Unruhe bestimmen den Lebensalltag der Menschen, die unter einer Generalisierten Angststörung (GAS) leiden. Die Krankheit nagt jedoch nicht allein an der Lebensqualität, sie wirkt sich gleichzeitig körperlich auf das Wohlbefinden der Betroffenen aus – Schlafstörungen, Fatigue, Muskelschmerzen und Verspannungen, Kopfschmerzen sowie Magen-Darm-Beschwerden gelten als Folge- bzw. Begleiterscheinungen.

Amerikanische Forscher haben in einer randomisierten Therapiestudie 47 Patientinnen und Patienten mit GAS gleichmäßig in zwei Gruppen unterteilt und über einen Zeitraum von sechs Wochen zwei Mal wöchentlich behandelt.[1]  In der ersten Gruppe bekamen die Patienten eine Swedish Massage Therapy (SMT) bei einem hierfür ausgebildeten Therapeuten. Zu den Massagetechniken zählten „Effleurage“ (langsames, rhytmisches, kontinuierliches Streicheln), „Petrissage“ (langsames, rhytmisches Kneten der darunter befindlichen Muskeln) und „Tapotement“ (verschiedene Formen perkussiven Berührens/Klopfens). Die Therapeuten führten auch in der Kontrollgruppe die „leichte Berührung“ in gleicher Reihenfolge und Zeitspanne von 45 Minuten aus. Die leichte Berührungsbehandlung bestand aus einem sanften Auflegen der Hände. 

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Bei jedem Besuch unterzog man die Studienteilnehmer einem kurzen Interview in dessen Verlauf sie Fragen zu ihrem Gesundheitszustand, dem Gebrauch von Medikamenten, dem Konsum illegaler Substanzen sowie über jegliche neue Lebensereignisse beantworteten, um die Veränderung des Wohlbefindens in beiden Gruppen zu messen. Weiterhin gab es ein wöchentliches Gespräch über Probleme, die während der Behandlung auftraten und die Möglichkeit eines Feedbacks der Teilnehmer zu den Therapeuten.

Wie vor Beginn der Studie angenommen, wirkt sich die Massage besser auf die Symptome der GAS-Patienten aus als die Behandlung der leichten Berührung. Anhand einer Skala, auf der die Patienten die Schwere Ihrer psychischen Ängste sowie deren körperliche Auswirkungen angaben, konnten die Wissenschaftler herausstellen, wie sich das Wohlbefinden der Patienten verbesserte.

Einschätzung:

Schwedische Massage beeinflusst verschiedene Immunparameter und die Ausschüttung von Stresshormonen, die sich bei Menschen mit Angststörungen von denen Gesunder unterscheiden. Knapp die Hälfte der Patienten mit Generalisierter Angststörung verwenden komplementäre oder alternative Therapien. Leider ist bisher weniger über die Wirksamkeit bekannt. Die Schwedische Massage kann als sinnvolle Alternative betrachtet werden, wenn sie regelmäßig angewendet wird. Wie die Autoren schreiben, sind zukünftig weitere Studien mit der Schwedischen Massage Therapie im Vergleich mit anderen Therapieverfahren lohnenswert.

Literatur

1) Rapaport MH et al. Acute Swedish massage monotherapy successfully remediates symptoms of generalized anxiety disorder. A proof-of-concept, randomized controlled study. J Clin Psychiatr 2016; 77(7): e883. Öffnet externen Link in neuem FensterAbstract

Martina Rinkens

Martina Rinkens, M.A.
Fachbereich Öffentlichkeitsarbeit

Telefon: 0201 56 305 22
E-Mail: Öffnet ein Fenster zum Versenden der E-Mailm.rinkens@carstens-stiftung.de


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