Integrative Medizin
Zum Hauptinhalt springen Zum Seiten-Footer springen
Carstens-Stiftung: Erdnüsse, Walnüsse, Mandeln, Pistazien, Paranüsse, Haselnüsse oder Cashews - alle sind gesund.
Studien kurz und knapp

Alle Jahre wieder: Nüsse knabbern für die Gesundheit

Von Daniela Hacke

Herz-Kreislauf Nüsse Onkologie

Nicht nur zur Weihnachtszeit sollte man zu Nüssen greifen: Eine Meta-Analyse zeigt, dass ein regelmäßiger Konsum von Nüssen zum Schutz vor Herz-, Krebs- und anderen Erkrankungen beiträgt.

Ob Erdnüsse, Walnüsse, Mandeln, Pistazien, Paranüsse, Haselnüsse oder Cashews – Nüsse sollten nicht nur den Weihnachtsteller zieren, sondern das ganze Jahr über geknackt und geknabbert werden. Reich an Inhaltsstoffen wie Ballaststoffen, Magnesium, ungesättigten Fettsäuren, Vitamin E sowie Antioxidantien tragen sie zur Prävention von Herz-Kreislauf-Erkrankungen bei.

Der tägliche Konsum von Nüssen kann überdies das Risiko von Krebserkrankungen reduzieren, denn je nach Nussart enthalten sie bioaktive Komponenten wie Ellagsäure, Anarcadinsäure, Genistein, Resveratrol und Inositolphosphate, die unter anderem den Zellschutz unterstützen.
Kein Wunder also, dass die präventiven Eigenschaften von Nüssen verstärkt in den Fokus der Wissenschaft gerückt sind, wie zahlreiche Studien, oft als Kohortenstudien mit einer großen Anzahl von Probanden durchgeführt, die über einen längeren Zeitraum hinsichtlich ihrer Ernährungsgewohnheiten beobachtet wurden, belegen.

Mit einer aktuellen Meta-Analyse wollte ein Wissenschaftlerteam nun nicht nur die Ergebnisse vergangener Untersuchungen zum Herz- und Krebsschutz von Nüssen systematisch analysieren, sie untersuchten nun erstmals auch die präventiven Effekte von Nüssen hinsichtlich anderer Erkrankungen wie neurodegenerativen Leiden, Atemwegserkrankungen, Infektionen sowie Erkrankungen der Nieren. Des Weiteren berücksichtigten sie in ihrer Analyse auch dosisabhängige Effekte.

Insgesamt 20 prospektive Kohortenstudien mit rund 819.000 Teilnehmern wurden in die Analyse aufgenommen. Auf die einzelnen Erkrankungen verteilt, belief sich die Zahl der Todesfälle der Teilnehmer mit koronaren Herzkrankheiten auf ca. 12.300, mit Schlaganfällen waren es rund 9.300, weitere 18.700 mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen, rund 18.500 waren es bei Teilnehmern mit Krebs sowie knapp 86.000 Todesfälle an allen Todesursachen (Gesamtmortalität) wurden ermittelt.

Insgesamt konnte das Risiko von Herz-Kreislauf-Erkrankungen um 19 Prozent und die Krebssterblichkeit um 18 Prozent gesenkt werden. Bei der Gesamtsterblichkeit konnte man ein um 19 Prozent niedrigeres Ergebnis ermittelt werden.
Wie sich zeigte, reicht bereits eine Menge von 28 Gramm (ca. eine Handvoll) Nüssen täglich aus, um das Risiko für die untersuchten Erkrankungen signifikant zu reduzieren. Außerdem konnte mit der gleichen täglichen Tagesration an Nüssen die Sterblichkeit an Atemwegserkrankungen um 52 Prozent, das Diabetesrisiko um 39 Prozent und das Infektionsrisiko sogar um 75 Prozent gesenkt werden.

Icon Family

Mitgliedschaft verschenken

Verschenken Sie ein Stück Gesundheit

mehr erfahren


Ein interessantes Teilergebnis ist zudem, dass der tägliche Verzehr von sowohl Erdnüssen als auch Baumnüssen gleichermaßen zur Risikoreduktion hinsichtlich koronarer Herzerkrankungen, Herz-Kreislauf-Erkrankungen sowie der Gesamtsterblichkeit beitrug, während hinsichtlich der Reduktion des Krebsrisikos lediglich Erdnüsse signifikante Effekte zeigten.

Einschätzung

Mit ihrer Meta-Analyse konnten die Wissenschaftler die bisherigen Kenntnisse hinsichtlich der gesundheitlichen Effekte von Nüssen nicht nur bestätigen, sondern noch erweitern, indem sie neben Herz-Kreislauf- und Krebserkrankungen auch andere Krankheiten berücksichtigten. So könnte laut Aussagen der Wissenschaftler nicht nur die Sterblichkeit an Herz-Kreislauf- und Krebserkrankungen durch den regelmäßigen Verzehr einer Handvoll Nüsse pro Tag gesenkt, sondern auch Todesfälle in Folge von Diabetes, Atemwegserkrankungen und Infektionen reduziert werden. Schätzungen des Autorenteams zufolge hätten im Jahr 2013 ca. 4,4 Millionen Todesfälle aufgrund einer Tagesration von weniger als 20 Gramm betragenden Menge an Nüssen weltweit verhindert werden können.

Von der Strategie „Viel hilft viel“ sollte man jedoch Abstand nehmen, da Nüsse überaus reich an Fetten sind und dementsprechend  bei regelmäßigen größeren Verzehrmengen unvermeidlich zur Bildung von Fettpölsterchen führen. Wie sich in den meisten Studien herausstellte, reichte eine durchschnittliche Menge von 28 Gramm pro Tag, also etwa eine Handvoll, aus, um das Risiko für Herz-Kreislauf-, Krebs- sowie anderen Erkrankungen signifikant zu senken. Primär sollte zu ungesalzenen, nicht gerösteten und dementsprechend naturbelassenen Nüssen gegriffen werden. Auch wer meint, Erdnussbutter, Nussecken oder Nuss-Nougat-Creme würden die gleichen gesundheitlichen Effekte erzielen, ist leider auf dem Holzweg. Der hohe Salz-, Fett- und Zuckergehalt dieser Leckereien würde bei regelmäßigem Konsum eher eine gegenteilige Wirkung bewirken.

Achtung:

Hinsichtlich der Aufbewahrung von Nüssen ist einiges zu beachten. Nüsse in der Schale können meist – je nach Nusssorte – über Monate gelagert werden, man sollte doch stets nach dem Nüsse knacken darauf achten, dass der Inhalt nicht ranzig riecht oder dunkle Verfärbungen aufweist, was unter anderem ein Indiz für den Befall mit gesundheitsschädlichen Schimmelpilzen sein könnte, die Toxine wie Aflatoxine und Ochratoxin A produzieren. Nüsse ohne Schale sollten in einer gut verschlossenen, luftdichten Verpackung im Kühlschrank aufbewahrt werden.
Erdnüsse, aber auch Hasel- und Walnüsse sollten insbesondere von Menschen mit einer Allergieproblematik wie einer Pollenallergie mit Vorsicht genossen bzw. gemieden werden, denn sie gehören zu den problematischsten Auslösern von Allergien und können durchaus Kreuzallergien auslösen.

Literatur

1) Aune D, Keum N, Giovannucci E, Fadnes LT, Boffetta P, Greenwood DC, Tonstad S, Vatten LJ, Riboli E, Norat T. Nut consumption and risk of cardiovascular disease, total cancer, all-cause and cause-specific mortality: a systematic review and dose-response meta-analysis of prospective studies. BMC Medicine 2016; 14: 207 Abstract