Integrative Medizin
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Zehn Fragen an Dr. Ingfried Hobert
Zehn Fragen an … Dr. Hobert

Wer loslässt, hat zwei Hände frei

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TCM Integrative Medizin Ethnomedizin

Zehn Fragen an den Ethno- und Ganzheitsmediziner Dr. med. Ingfried Hobert.

Das klassische Setting: Die berühmte Fee und der berühmte Wunsch; in unserem Fall bezieht sich der Wunsch auf das Gesundheitssystem. Was wünschen Sie sich?

Dr. Hobert:
Ich wünsche mir vor allem, dass unser Gesundheitssystem und seine therapeutischen Ansätze ernährungsbasierter werden. Technologische Mettwurstbrötchen für die Kranken in unseren Krankenhäusern? Nein, das kann es doch nicht sein. Dass eine vernünftige und hochwertige Ernährung auch für wenig Geld umzusetzen ist, zeigen jene Krankenhäuser, an denen Professor Andreas Michalsen wirkt. Auf einer allgemeineren Ebene wünsche ich mir, dass unser Gesundheitssystem das Beste aus Ost und West verbindet und generell traditionelle Heilverfahren stärker berücksichtigt. Und über allem sollte stehen: Der eigentliche Heilfaktor ist die Präsenz des Arztes/der Ärztin und die Zeit und die Zuwendung, die diese bereit sind aufzuwenden.

 

Während weite Teile der Bevölkerung Homöopathie sehr gerne in Anspruch nehmen, steht die Wissenschaft der Homöopathie tendenziell skeptisch gegenüber. 
Halten Sie Homöopathie-Forschung für sinnvoll?

Dr. Hobert:
Homöopathie ist Teil des Erfahrungsschatzes der Menschheit. Sie sollte in der Forschung Berücksichtigung finden. Wenngleich ich als Arzt für Allgemeinmedizin beobachten musste, dass unsere selbstregulativen Kräfte im Kindesalter noch sehr gut funktionieren, im Alter aber nachlassen. Je älter wir werden, desto mehr müssen wir substituieren. Ich denke da auch an Nahrungsergänzung und an hochdosierte Naturmedizin, z. B. dreimal täglich 3 Gramm Kurkuma, auch Vitamin C, Resveratrol, Granatapfel und Ginseng sind sehr effektiv.

Foto Professor Andreas Michalsen | © Anja Lehmann
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Schon seit mehreren Tagen fühlen Sie sich schlapp. Sie spüren, ein bisschen fehlt die Energie. Was tun Sie?

Dr. Hobert:
Ich versuche, die Signale meines Körpers wahrzunehmen und frage mich: Was raubt mir die Kraft? Ich suche »Tankstellen«, lasse mich beraten, schärfe meine Wahrnehmung und versuche das Aufgenommene umzusetzen, auch mit Hilfe von Wurzelkomplexen. Ich denke da in Abhängigkeit von der Symptomlage z. B. an Astragalus 10, Bupleurum 9, Ziziphus 9 u. a.

 

Die deutsche Forschungslandschaft Medizin: Was ist verbesserungswürdig?

Dr. Hobert:
Wir müssen von der Pharmazie-manipulierten Medizin wegkommen! An den Universitäten sollte die Wirksamkeit von Naturprodukten in den Mittelpunkt gestellt werden. Auch brauchen wir mehr Studien zum Thema Ernährung. Viele Institutionen und Verbände scheinen mir zu Außenstellen der Nahrungsmittelindustrie verkommen zu sein. Dass Milch karzinogen wirkt, ist wissenschaftlich gesehen längst kein Geheimnis mehr. Wieso hört man so wenig darüber?

 

Welche drei Attribute beschreiben das optimale Arzt-Patienten-Verhältnis? 

Dr. Hobert:
Präsenz, Zuwendung, Empathie

 

Omas bestes Hausmittel war …?

Dr. Hobert:
Doppelte Socken bei Grippe und auch eine doppelte Bettdecke. Mütze und Schal, ganz wie beim armen Poeten von Spitzweg. Gut sind auch der heiße Holunderbeersaft und Lindenblütentee.

 

Evidenzbasierte Medizin mit ihrer Forderung nach randomisierten, kontrollierten, doppelblinden Studien und viele Verfahren der Komplementärmedizin stehen ja sozusagen auf dem Kriegsfuß. Haben Sie einen Lösungsvorschlag?

Dr. Hobert:
Moderne Naturheilkunde arbeitet auch mit hochdosierten Pflanzenextrakten. Nehmen Sie beispielsweise Astragalus oder Sulforaphan. Man kann diese Substanzen leicht extrahieren und danach, wissenschaftlich gesehen, exakter einsetzen und vergleichen. Ich würde darauf meine Aufmerksamkeit lenken und weniger immer weiter versuchen, meinetwegen mit RCTs die Wirkweise von Homöopathie zu erforschen. Die negativen Ergebnisse können dann leicht abfärben auf die Naturmedizin.

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Welche Maßnahme reißt Sie aus dem Stimmungstief?

Dr. Hobert:
Meditation. Wir spüren dann, dass wir mit etwas Größerem verbunden sind. Wir spüren, dass uns etwas trägt. Sind wir Beobachter dieser Gefühle und treten in Verbindung mit dieser Kraft, kommen wir aus jedem Tief heraus und vermögen, Druck abzubauen. Bei einem Symptomenkomplex wie Herzunruhe, Grübeln, Gereiztheit, Schlafstörung, innere Unruhe, Schwindel und Schwäche in den Beinen … hilft mir eine Lebensbaumsamen-Rezeptur aus der TCM: Schisandra 13.

 

Kennen Sie eine humorige Anekdote aus dem Ärztestand oder der Medizinwelt?

Dr. Hobert:
Ich möchte mit einem Sinnspruch antworten: Wer loslässt, hat zwei Hände frei. Es geht um das Müssen. Müssen wir immer mit gutem Beispiel vorangehen? Müssen wir immer allen helfen? Müssen wir immer mehr Verantwortung übernehmen und immer mehr Geld verdienen? Wir haben auch eine Verantwortung vor uns selbst – das sollten wir nicht vergessen.

 

Sind Sie Mitglied von Natur und Medizin und wenn ja, warum?

Dr. Hobert:
Nein, aber ich kenne Frau Dr. Carstens noch persönlich. Es muss in den neunziger Jahren gewesen sein. Ich schrieb damals für die »Gesellschaft für Biologische Krebsabwehr e.V.« in Heidelberg. Dadurch wurde Frau Dr. Carstens auf mich aufmerksam. So haben wir uns kennen und schätzen gelernt.

 

Lieber Herr. Dr. Hobert, haben Sie vielen Dank für das Interview!

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Dr. Ingfried Hobert

Dr. med. Ingfried Hobert promovierte 1986 auf dem Gebiet der Gastroenterologie. Bis 1991 arbeitete er in der Inneren Medizin, Chirurgie und Intensivmedizin. 1987 begann er eine Ausbildung in traditioneller chinesischer Medizin, in traditioneller tibetischer Medizin und Ethnomedizin. Seit 1992 unterhält er eine Praxis für Ganzheitsmedizin.

Das Tätigkeitsfeld von Ingfried Hobert liegt in der Ganzheitsmedizin, Ethnomedizin, Traditionelle Chinesische Medizin und Traditionelle Tibetische Medizin. Sein besonderes Interesse gilt der Erforschung und therapeutischen Anwendung der asiatischen Lebensphilosophie und ihrer Heilkonzepte. Auf dieser Grundlage entwickelte er ein Therapiekonzept, in dem er "Schulmedizin" und asiatisches Heilwissen verbindet. Er ist Gründer des Qualitätszirkel Ethnomedizin der Ärztekammer Niedersachsen und seit 2000 Leiter der Ethnomed Akademie für visionäre Medizin.

www.drhobert.de

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