Carstens-Stiftung: Komplementärmedizin rund um die Zahnheilkunde

Rubrik: Studien kurz und knapp

Selbstheilungskräfte stärken bei chronischer Parodontitis

In Begleitung der konventionellen Standardtherapie kann eine homöopathische Behandlung  sinnvoll sein. So das Fazit einer aktuellen Studie.

Systemische Effekte spielen bei der chronischen Parodontitis eine entscheidende Rolle. Zahlreiche Studien offenbaren den Zusammenhang zwischen der Erkrankung an einer Parodontitis und einer Gefäßerkrankung (wie z.B. Arteriosklerose) oder Diabetes. Im Interesse der Wissenschaft dürfte also die Frage stehen, wie man Patienten, die an einer solchen entzündlichen Zahnfleischerkrankung, die zum Zahnverlust führen kann, leiden, unterstützen kann.

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Der Fokus der brasilianischen Wissenschaftler, die für die vorliegende Studie verantwortlich zeichnen, liegt in der Unterstützung der Selbstheilungskräfte des betroffenen Patienten. Die der Studie zugrunde liegende Hypothese lautet, dass eine die übliche Parodontitis-Therapie begleitende homöopathische Behandlung die Lebenskraft des Patienten wieder ins Lot bringen und den fortschreitenden Prozess des Knochenabbaus im Kieferbereich durch die Entzündung stoppen kann.

An der Studie nahmen insgesamt 60 Patienten teil: 40 litten unter chronischer Parodontitis, weitere 20 Teilnehmer, die als Kontrolle fungierten, hatten diesbezüglich keine Beschwerden. Alle Parodontitis-Patienten wurden im Rahmen der konventionellen Parodontitis-Therapie grundbehandelt (Aufklärung, individuelle Beratung zur Mundhygiene, Messungen der Zahntaschen). Die Hälfte dieser Patienten erhielten zusätzlich eine homöopathische Behandlung nach den Prinzipien des Similé-Prinzips. Diese setzte sich zusammen aus einem ausleitenden Mittel (Berberis in der Potenzierung C 6, zwei mal zwei Tabletten täglich), einem akuten Mittel (Mercurius solubilis, Belladonna oder Hepar sulfuris, in der Potenzierung C 6, drei mal zwei Tabletten täglich) sowie die Nosode Pyrogenium zur Stimulation des Energiehaushalts (in der Potenzierung C 200, eine Dosis pro Woche. Zu Beginn und zum Studienende nach 90 Tagen wurden nicht nur klinische Parameter hinsichtlich der Parodontitis erhoben, sondern auch serologische Analysen zur Bestimmung der Cholesterin-, Triglyzerid-, Glukose- und Harnsäurewerte durchgeführt.

Homöopathie

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Hinsichtlich klinischer Parameter wie Sondierungstiefe, Plaque-Index und Grad der Zahnfleischblutung konnte in beiden Behandlungsgruppen eine signifikante Besserung erreicht werden. Auf der Ebene der serologischen Werte war die zusätzliche Behandlung mit homöopathischen Mitteln der Standardtherapie hinsichtlich des LDL-und HDL-Cholesterinwerts überlegen.

Einschätzung:

Die Kombination von Standardtherapie, also Patientenaufklärung plus Parodontitis-spezifischer Mundhygiene, und homöopathischer Behandlung kann auf der Basis der hier erzielten Ergebnisse sinnvoll sein – obwohl der Zusatznutzen eher gering erscheint. Die Wissenschaftler betonen, dass Homöopathie, insbesondere das hier eingesetzte Ausleitungsmittel Berberis, Leberfunktion und Schadstoffmetabolismus positiv beeinflussen könne, was sich günstig auf die Entzündungsreaktion und die damit verbundenen systemischen Effekte auswirke.

Leider verschweigen die Wissenschaftler das ein oder andere. So bleibt ungewiss, welche Effekte die eingesetzten Akutmittel und die Nosode zeigten. Eine begleitende Therapie mit homöopathischen Mitteln ist nichtsdestotrotz einen Versuch wert, zumal sie kostengünstig ist. Die hier unbeantwortet belassenen Fragen sollten jedoch im Rahmen einer weiteren Studie wiederaufgenommen und geklärt werden.

Literatur

Mourão LC, Moutinho H, Canabarro A. Additional benefits of homeopathy in the treatment of chronic periodontitis. A randomized clinical trial. Complement Ther Clin Pract 2013; Epub ahead of print Opens external link in new windowAbstract


Dieser Artikel erschien in der Kategorie: Rubrik: Studien kurz und knapp

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