Komplementäre und
Integrative Medizin
Zum Hauptinhalt springen Zum Seiten-Footer springen
Pulpa dentis statt Wurzelkanalbehandlung?
Studien kurz und knapp

Pulpa dentis statt Wurzelkanal­behandlung?

Von Rainer Lüdtke

Homöopathie Zähne

Anthroposophische Medizin: Pulpa dentis, aus dem Zahnmark von Kälbern hergestellt, soll gegen Entzündungen im Zahnmark (Pulpitis) helfen.

Pulpa dentis ist ein nicht ganz übliches homöopathisch/anthroposophisches Arzneimittel, genauer gesagt: eine Nosode, die aus dem Zahnmark (dem Zahnnerven) eines Kalbes hergestellt wird. Eingesetzt wird sie gegen Entzündungen im Zahnmark, der sogenannten Pulpitis. Und das durchaus erfolgreich, wie deutsche Forscher berichten.

Newsletter Icon

Unseren Newsletter bestellen

  • ✓ einmal im Monat
  • ✓ gratis
  • ✓ jederzeit kündbar

jetzt abonnieren


Diese haben 32 Pulpitis Patienten mit Injektionen von Pulpa dentis in der D30-Potenz behandelt. 26 von ihnen benötigten daraufhin keine Wurzelkanalbehandung, zwölf waren innerhalb von zwei Wochen völlig schmerzfrei und sieben waren so schnell ohne Schmerzen, dass die Forscher einen natürlichen Verlauf für unwahrscheinlich und einen Effekt des Medikaments für wahrscheinlich hielten.

Einschätzung

Ergebnisse aus solchen Beobachtungsstudien, wie sie hier vorgelegt wurden, sind grundsätzlich kaum geeignet, tatsächlich Auskunft darüber zu geben, ob die untersuchte medizinische Behandlung kausal am Therapieerfolg beteiligt ist oder nicht. Insofern sollte man mit Schlussfolgerungen zur Wirksamkeit von Pulpa dentis D30 sehr vorsichtig sein. Die Tatsache allerdings, dass immerhin jeder vierte Patient innerhalb sehr kurzer Zeit nach Behandlungsbeginn schmerzfrei war, sollte zumindest Anlass für weitere Studie geben, in denen dann auch eine Kontrollgruppe mitgeführt wird.

Literatur

Hamre HJ, Mittag I, Glockmann A, Kiene H, Tröger W. Pulpa Dentis D30 for Acute Reversible Pulpitis: A Prospective Cohort Study in Routine Dental Practice. Altern Ther 2011;17(1):16-21. Abstract