Immer noch zu viele Antibiotika

Rubrik: Studien kurz und knapp

Immer noch zu viele Antibiotika

Ist Nichtstun die einzige Alternative?
Natürlich nicht! Aber immer der Reihe nach: Die Zahl der Antiobiotikaverschreibungen in Deutschland ist erfreulicherweise insgesamt zurückgegangen, liegt aber immer noch deutlich höher als bspw. in den Niederlanden, obwohl die Infektionsraten dort vergleichbar sind.

Da die während der kalten Jahreszeit auftretenden Infektionen, etwa Grippe oder Mittelohrentzündung, meistens von Viren verursacht werden, sind Antibiotika unter therapeutischen Gesichtspunkten sehr häufig nutzlos, allerdings nicht frei von Nebenwirkungen. So werden unnötig Schädigungen der Darmflora mit nachfolgender Immunschwäche, insbesondere aber gefährliche Resistenzbildungen hervorgerufen.

Antibiotika-Versorgung in Deutschland

Zusätzlich besorgniserregend ist, dass laut einer Studie des Öffnet externen Link in neuem FensterZentralinstituts für die kassenärztliche Versorgung [1, 2] immer mehr Breitband-Antibiotika aus der Gruppe der Cephalosporine eingesetzt werden, die eigentlich nur im Notfall zur Anwendung kommen sollen. Das Problem der Resistenzbildung wird hierdurch noch verschärft.

Pro Jahr sterben in deutschen Krankenhäusern ca. 1000 - 1500 Menschen an Infektionen mit multiresistenten Keimen [3]. Es besteht somit dringender Bedarf an Alternativen zur Antibiotikatherapie.

Hinweise auf eine Wirksamkeit der Homöopathie gibt es z.B. bei Grippe (5 Studien), Sinusitis (7 Studien), Otitis media (7) und Tonsillitis (5 Studien); alle Publikationen sind in der Öffnet externen Link in neuem FensterDatenbank CORE-Hom zu finden. In der großangelgeten Outcome-Studie von Witt et al. [4] sind multiple Infektionen bzw. Infektanfälligkeit eine der am häufigsten behandelten Erkrankungen von Kindern in homöopathischen Arztpraxen – mit großem Erfolg.

Literatur

1) Versorgungsatlas: Niedergelassene Ärzte verordnen weniger Antibiotika (Meldung vom 07.10.2014) Öffnet externen Link in neuem FensterAbstract

2) Neue Studie: Ärzte verschreiben zu oft harte Antibiotika (Die Welt Online vom 08.10.2014) Öffnet externen Link in neuem FensterAbstract

3) Immer mehr Patienten infizieren sich mit multiresistenten Krankenhauskeimen (Gesundheitsstadt Berlin vom 24.05.2013) Öffnet externen Link in neuem FensterAbstract

4) Homeopathic medical practice: Long-term results of a cohort study with 3981 patients. Claudia M Witt, Rainer Lüdtke, Roland Baur, Stefan N Willich. BMC Public Health 2005, 5:115. doi:10.1186/1471-2458-5-115 Öffnet externen Link in neuem FensterAbstract

Dr. Jens Behnke, Carstens-Stiftung : Natur und Medizin

Dr. Jens Behnke

Programmleitung Integrative Medizin

Telefon: 0201 56 305 13 und 0178 5594 308
E-Mail: j.behnke@carstens-stiftung.de


Dieser Artikel erschien in der Kategorie: Rubrik: Studien kurz und knapp

Unterstützen Sie unsere Arbeit

und fördern Sie mit Ihrer Spende aktiv Forschung zur Komplementärmedizin.

 

„Der Arzt und die Ärztin der Zukunft sollen zwei Sprachen sprechen, die der Schulmedizin und die der Naturheilkunde und Homöopathie. Im Einzelfall sollen sie entscheiden können, welche Methode die beste für den Patienten ist.“

(Veronica Carstens)

Immer gut informiert –

der Newsletter der
Carstens-Stiftung
 

✓ einmal im Monat
✓ gratis
✓ jederzeit kündbar

 

Mitglieder profitieren
mehrfach –

alle Infos zur
Fördermitgliedschaft
 

mehr erfahren

Heuschnupfen?
Was Sie jetzt tun können.

Frühjahrsmüde?
Wie Sie sich fit machen.

Chronobiologie?
Wie Sie sich einlesen können.

Bluthochdruck?
Was Sie jetzt tun können.

Ihre innere Uhr geht falsch?
Wie Sie sie richtig stellen.

Tierisch krank?
Homöopathie für Hund und Katze.