Studien kurz und knapp

Grüner Tee sorgt für mehr Lebensqualität bei Lupus-Patienten

Zur Linderung von krankheitsspezifischen Symptomen und zur Verbesserung des Autoimmunstatus im Rahmen des systemischen Lupus erythematodes kann ein Extrakt aus grünem Tee als adjuvante, nebenwirkungsfreie Medikation eingesetzt werden, wie eine Studie nun zeigte.

In Deutschland leiden etwa 60.000 Patienten an der Autoimmunerkrankung Lupus erythematodes, mit einer deutlich steigenden Tendenz hinsichtlich der Erkrankungsrate in den letzten 40 Jahren. Die Lupus-Erkrankung kann in verschiedenen Verlaufsformen auftreten. Im Gegensatz zu dem lediglich die Haut betreffenden Lupus (diskoider Lupus erythematodes) kann sich die systemische Erkrankungsform auf die Gesamtheit der Organe und Körperregionen auswirken und zu chronischen Entzündungen und Schädigungen von Gelenken, Organen, Schleimhäuten, der Haut, des Bindegewebes, des Gehirns und der Blutgefäßwände führen.

Als Basistherapeutika werden standardmäßig Immunsuppressiva sowie im Akutfall nichtsteroidale Antirheumatika, aber auch Glukokortikoide eingesetzt. Wie bei den meisten chronischen Erkrankungen ist aber auch hier die Eigeninitiative des betroffenen Patienten hinsichtlich Lebensstilerhaltung und Prävention von erneuten Krankheitsschüben gefragt. Durch gesunde Ernährung, regelmäßige Bewegung, Verzicht auf Nikotin und einen verminderten Alkoholkonsum sowie entspannungsfördernde Maßnahmen wie autogenes Training oder anderen Techniken zur Stressreduktion kann die Intensität der Lupus-Erkrankung etwas vermindert werden.

Angesichts der potenziellen Nebenwirkungen einiger der in der Lupus-Therapie eingesetzten Medikamente nahmen sich iranische Wissenschaftler der Fragestellung an, ob ein mit weniger Nebenwirkungen assoziiertes Medikament, in diesem Fall ein Extrakt aus grünem Tee, in Begleitung der Basistherapie nicht auch zu einer Verbesserung des Krankheitsverlaufs sowie der Lebensqualität führen kann. [1]

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Die antientzündlichen und immunmodulierenden Effekte der Wirkstoffe des grünen Tees, insbesondere des Katechins Epigallocatechin-3-Gallat, wurden bereits im Rahmen mehrerer Untersuchungen bestätigt. Eine aktuelle Doppelblindstudie hatte nun zum Ziel, die Wirkung eines Grüntee-Extrakts auf die Krankheitsaktivität und Lebensqualität bei systemischem Lupus erythematodes (SLE) zu eruieren. Dementsprechend erhielten insgesamt 80 Patienten mit der Diagnose "Systemischer Lupus erythematodes" über einen Zeitraum von drei Monaten entweder zwei Kapseln mit je 500 mg Grüntee-Extrakt oder aber die gleiche Anzahl an Placebo-Kapseln pro Tag, die lediglich je 500 mg Stärke enthielten. Mittels eines validierten Indexes (Systemischer Lupus erythematodes Disease Activity Index – SLEDAI) wurde die Krankheitsaktivität unter Erhebung klinischer und laborspezifischer Daten ermittelt. Zusätzlich wurden von den Patienten per Fragebögen Angaben zur Lebensqualität abgefragt.

Nach der dreimonatigen Therapiephase zeichnete sich eine signifikante Überlegenheit des Grüntee-Extrakts im Vergleich mit der Placebo-Kontrolle hinsichtlich der Verbesserung des Krankheitsverlaufs, insbesondere einzelner Parameter, die Krankheitsaktivität und autoimmunspezifische Werte wie den DsDNA-Antikörper betreffend, ab. Auf der Ebene der Entzündungswerte und Schmerzintensität konnte kein signifikanter Unterschied zwischen beiden Gruppen konstatiert werden. Dahingegen waren jedoch signifikante Verbesserungen bei mehreren Faktoren hinsichtlich der Lebensqualität zu beobachten. Die Patienten in der Grüntee-Extrakt-Gruppe berichteten von erhöhter Vitalität, verbesserter physischer Beweglichkeit und einem gesteigerten Allgemeinbefinden. Dies ist insbesondere vor dem Hintergrund von Bedeutung, dass Lupus-Patienten krankheitsbedingt häufig über Fatigue-Symptome klagen.

Einschätzung:

Nach Erkenntnislage dieser ersten Studie zur Untersuchung eines Grüntee-Extrakts auf die Wirksamkeit bei systemischem Lupus erythematodes zeichnet sich ab, dass dieser sich als optionale Begleittherapie eignet, um einerseits den Krankheitsverlauf positiv zu beeinflussen und andererseits zur Verbesserung des patientenspezifischen Befindens, insbesondere durch Verbesserung der krankheitsbegleitenden Erschöpfungssymptome, beizutragen. Gleichzeitig kann die Menge an konventioneller Begleitmedikation reduziert und somit auch eine Senkung potenzieller Nebenwirkungsereignisse durch die adjuvante Gabe eines Extrakts aus grünem Tee erreicht werden. In punkto Dosierung und langfristige Effekte einer Therapie mit Grüntee-Extrakt sind jedoch weitere Untersuchungen notwendig.

Literatur

1) Shamekhi Z, Amani R, Habibagahi Z, Namjoyan F, Ghadiri A, Malehi AS. A randomized, double-blind, placebo-controlled clinical trial examining the effects of green tea extract on systemic lupus erythematosus disease activity and quality of life. Phytother Res 2017; epub ahead of print. DOI: 10.1002/ptr.5827 Öffnet externen Link in neuem FensterAbstract

Daniela Hacke

Daniela Hacke, M.A.
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