Carstens-Stiftung: Frohes Fest mit Risiken: Weihnachtsbedingte Verletzungen in Zahlen

Rubrik: Studien kurz und knapp

Frohes Fest mit Risiken: Weihnachtsbedingte Verletzungen in Zahlen

Alle Jahre wieder: Wissenschaftler publizierten nun im Rahmen einer Analyse Daten und Fakten zu potenziellen Verletzungsrisiken während der Weihnachtszeit.

Weihnachten, grundsätzlich ein friedvolles Fest der Liebe und Besinnung, endet leider für so manchen Unglücksraben in der Notaufnahme eines Krankenhauses. Ob nun in Flammen aufgegangene Weihnachtsbäume, Stürze von der Leiter beim Anbringen der Weihnachtsdekoration oder Verletzungen beim Anschneiden des Weihnachtsbratens oder nicht doch andere Ereignisse für diese Verletzungsstatistik verantwortlich sind, wollten nun Wissenschaftler des Australian Research Centre in Complementary and Integrative Medicine (ARCCIM) in Sydney und der Abteilung für Integrative Medizin der Kliniken Essen-Mitte aufklären.[1]

Im Rahmen einer Analyse auf der Basis des "National Electronic Injury Surveillance System (NEISS)", einer Verletzungsstatistik für die Nation der Vereinigten Staaten, wurden über einen Zeitraum von zehn Jahren (2007-2016) Daten zu in US-amerikanischen Notfallaufnahmen dokumentierten Verletzungen während der Weihnachtszeit extrahiert und gemäß im Vorfeld definierter Fragestellungen analysiert. Im Blickpunkt des Interessen standen für die Wissenschaftler folgende Punkte:

  1. Wie viele Verletzungen und welche Verletzungsursachen sind dokumentiert (z.B. durch Unfälle mit dem Rodelschlitten oder Toboggan, einem in Kanada gebräuchlichen kufenlosen Schlitten)? Von besonderem Interesse: Verletzungen verursacht durch den Abstieg durch den Kamin sowie die potenzielle Beteiligung des Weihnachtsmanns.
  2. Wie viele und welche Verletzungen betreffen den Weihnachtsmann, seine Gehilfen (meist Elfen oder Gnome) und Darsteller des Weihnachtsmanns (z.B. in Kaufhäusern)?
  3. Wie viele und welche Verletzungen wurden durch weihnachtsspezifische Dekoration wie z.B. Weihnachtsbäume und -lichter verursacht?
  4. Welche anderen weihnachtsbedingten Verletzungsursachen lassen sich noch identifizieren?

Die Analyse ergab 6351 Verletzungen in Verbindung mit Rodelschlitten und Toboggans sowie 213 Verletzungen durch Abstiege durch den Kamin. Bei keinem der Unfälle war der Weihnachtsmann, einer seiner Helfer oder aber Weihnachtsmanndarsteller betroffen. Allerdings ermittelten die Wissenschaftler eine erschreckend hohe Anzahl an Unfällen mit Verletzungen, bei denen Kinder Opfer des Weihnachtsmanns (oder wahrscheinlicher: eines Weihnachtsmanndarstellers) wurden. Einige Kinder berichteten, sich die Verletzungen beim Fall vom Schoß des Weihnachtsmanns zugezogen zu haben, oder aber, weil sie in Panik vor dem Weihnachtsmann weggerannt und gestürzt seien.

Eine weit größere Anzahl von Verletzungen wurde jedoch durch weihnachtliche Produkte und Ausstattung verursacht, so z.B. durch

  • den Weihnachtsbaum bedingt: 374 Verletzungen (künstlicher Baum), 48 Verletzungen (natürlicher Baum)
  • dem Aufsteller und die Vorrichtungen zur Fixierung des Weihnachtsbaums: 63 Verletzungen
  • dekorative Objekte wie beispielsweise Lichterketten am Weihnachtsbaum: 715 Verletzungen
  • andere elektrisch betriebene Weihnachtsdekorationen: 771 Verletzungen
  • nicht-elektrisch betriebene Weihnachtsdekorationen: 1949 Verletzungen

Interessante Details ließen sich in der Verteilung bzgl. des Alters und des Geschlechts, aber auch des Orts des Geschehens finden: Bei den Verletzungen, die durch elektrisch betriebene Weihnachtsausstattung bedingt waren, waren Männer als Leidtragende bedeutend häufiger vertreten. Insbesondere Kinder bis zu einem Alter von maximal 10 und ältere Personen zwischen 30 und 60 (potenzielle Eltern) sowie Personen im Alter ab 70 Jahren (potenzielle Großeltern) – waren von einem erhöhten Risiko einer weihnachtsbedingten Verletzung betroffen. Die Wissenschaftler vermuten hinter diesem Phänomen eine erhöhte Affinität zum "Geist der Weihnacht", die bei heranwachsenden Teenagern üblicherweise nicht (mehr) anzutreffen ist. Unter letzteren war demgemäß eine weitaus niedrigere Verletzungsrate festzustellen. Die Mehrheit der Verletzungen ereignete sich bei Weihnachtsfeiern zu Hause (96%); 56% der Verletzungen, die meisten unter Alkoholeinfluss, geschahen jedoch auf öffentlichen Weihnachtsfestivitäten.

Einschätzung:

Interessanterweise fielen der Weihnachtsmann selbst, seine Helfer sowie die Weihnachtsmann-Doubles keiner Zeit einer weihnachtsbedingten Verletzung zum Opfer. Bevor man dies jedoch als eine gute Nachricht bewerten kann, sei erwähnt, dass der Weihnachtsmann und sein Personal sich aufgrund seines länderübergreifenden Einsatzes möglicherweise mit akuten Verletzungen in eine Notaufnahme im nicht-US-amerikanischen Ausland begeben hat. Dies müsste im Rahmen einer um eine weltweite Betrachtung erweiterten Analyse überprüft werden. Außerdem kann über die Unversehrtheit des Weihnachtsmanns wegen fehlender Beweise seiner Existenz – die Geschenke unter dem Weihnachtsbaum liefern den einzigen Hinweis für seine Existenz – keine Aussage gemacht werden. Betrachtet man aktuelle Schätzungen, dass der Weihnachtsmann in der Nacht vor Weihnachten insgesamt 510 Millionen Kilometer bei Lichtgeschwindigkeit unter Verwendung von schätzungsweise 5,6 Millionen Rentieren und eines 2,3 Millionen Tonnen schweren Schlittens zwecks rechtzeitiger Zustellung der Geschenke über alle Erdkontinente zurücklegen muss, müsste der bereits etwas ältere Herr über Superkräfte verfügen bzw. schon mehrmals an Überlastung verschieden sein. Diese Fragen müssten in erweiterten Untersuchungen unter Einbeziehung weltweiter Daten und Klärung der Lebensgewohnheiten des Weihnachtsmanns geklärt werden.

Literatur

1) Lauche R, Wardle J, Peng W, Adams J, Cramer H. ‘Santa baby, hurry [extra carefully] down the chimney tonight’ – prevalence of Christmas related injuries 2007-2016 in America: observational study. Adv Integr Med 2018; epub ahead of print Öffnet externen Link in neuem FensterAbstract


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