Carstens-Stiftung: Ist falscher Pfeffer gut bei Diabetes?

Studien kurz und knapp

Falscher Pfeffer - richtig gut bei Diabetes?

Im Rahmen einer Meta-Analyse gewonnene Erkenntnisse aus experimenteller Forschung lassen auf eine antidiabetische Wirkung von Embelia-Extrakt und seiner Derivate auch beim Menschen hoffen.

Die traditionelle Überlieferung der ayurvedischen Medizin beschreibt die indische Heilpflanze namens Falscher Schwarzer Pfeffer (Embelia ribes) – nicht zu verwechseln mit dem Peruanischen Pfefferbaum (Schinus molle), der ebf. Falscher Pfeffer genannt wird – als potentes Mittel in der Behandlung verschiedener Erkrankungen, unter anderem auch des Diabetes mellitus. Im Allgemeinen wurden primär die weißen Blüten und schwarzen Früchte des im indischen Raum auch unter der Bezeichnung „Vidanga“ bekannten Gewächses für medizinische Behandlungen verwendet.

Aufgrund seiner überlieferten Wirksamkeit als traditionelles Heilmittel im Ayurveda, unter anderem auch in der Behandlung Diabetes-spezifischer Symptome, widmete sich ein indisches Forscherteam der Analyse vorhandener experimenteller und klinischer Studien zu Embelia ribes, Embelin, dem primären bioaktiven Wirkstoff der Heilpflanze, sowie seiner Derivate 6-Bromoembelin und Vilangin.
Insgesamt dreizehn Studien wurden von insgesamt 433 aufgefundenen Arbeiten in die Analyse aufgenommen; allesamt Laboruntersuchungen, in denen Ratten als Versuchstiere dienten. Humanstudien wurden von den Wissenschaftlern nicht aufgefunden. Bis auf eine Studie verwendete man in allen Studien aus den Früchten bzw. Beeren der Embelia isoliertes Embelin.

Krankheit als Konstruktion

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Die Analyse ergab, dass der Extrakt aus dem Falschen schwarzen Pfeffer und seine Derivate hinsichtlich der meisten diabetesrelevanten Parameter signifikante Verbesserungen erzielen konnte. Hauptsächlich zeigten sich die positive Effekte aller in den Studien verwendeten Dosierungen der Heilpflanze in der Senkung der Blutglukose-, Hämoglobin-A1c- und Blutfettwerte sowie der Insulinresistenz. Darüber hinaus normalisierten sich für die Diabeteserkrankung relevante Werte wie Herzrate, systolischer Blutdruck, LDH-Cholesterin, Kreatinkinase und andere Marker für oxidativen Stress. Ein weiterer zu beobachtender Effekt in den Untersuchungen war die positive Beeinflussung von diabetesspezifischen Gewichtsschwankungen.

Einschätzung:

Laut der in der Metaanalyse gewonnenen Erkenntnisse zeigt Embelia ribes im Tierexperiment bei guter Verträglichkeit vielversprechende Effekte in der Therapie diabetesspezifischer Symptome.
Dennoch weisen die Wissenschaftler auf die Schwierigkeit der Vergleichbarkeit angesichts der Heterogenität der einzelnen Studien hin. So bewegt sich die Studiendauer der einzelnen Untersuchungen zwischen 4 und 40 Tagen, die verwendeten täglichen Dosierungen differieren bei Embelia ribes zwischen 100 bis 500 mg pro Kilogramm Körpergewicht, bei Embelin beträgt die Differenz 15 bis 50 mg pro Kilogramm Körpergewicht. Ob ein Extrakt aus Embelia ribes beim Menschen ebenso positive Effekte in der Diabetestherapie zeigt, ist noch in klinischen Untersuchungen mit Diabetespatienten zu klären.

Literatur

Durg S, Veerapur VP, Neelima S, Dhadde SB. Antidiabetic activity of Embelia ribes, embelin and its derivatives: a systematic review and meta-analysis. Biomed Pharmacother 86; 2017: 195-204 Öffnet externen Link in neuem FensterAbstract

Daniela Hacke

Daniela Hacke, M.A.
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