Studien kurz und knapp

Blutzucker und Cholesterin im Griff mit Chinesischer Jujube

Jujuba-Tee plus Diät erweist sich als effiziente Maßnahme zur Regulierung diabetesspezifischer Werte

Seit über 2500 Jahren wird die Frucht des Jujube-Baums (Ziziphus jujuba), auch als Chinesische Dattel  bekannt, in China für gesundheitliche Zwecke eingesetzt. Die roten Jujube-Früchte werden traditionell, je nach Indikation in frischer oder getrockneter Form, als Teeaufguss, Wein oder Sirup bei Beschwerden wie Stresszuständen, Appetit- und Schlaflosigkeit, Verdauungsproblemen, Herzrhythmusstörungen und erhöhtem Blutdruck verabreicht. Bisher existieren nur vereinzelte wissenschaftliche Untersuchungen zu den gesundheitlichen Effekten der chinesischen Jujube; diese zeigten unter anderem positive Tendenzen bei Hautkrebs und Haarausfall.

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Da die Jujube-Frucht neben zahlreichen Vitaminen und Mineralien sowie pflanzlichen Inhaltsstoffen wie Flavonoiden und Polysacchariden auch das Isoflavin Puerarin enthält, das sich im Rahmen experimenteller Forschung günstig auf Cholesterinwerte und kardiovaskuläre Beschwerden ausgewirkt hatte, konzipierten iranische Wissenschaftler nun eine Studie, um die Wirkung der Jujube bei Diabetes-Patienten zu untersuchen. [1] Damit knüpften sie an vorangegangene Untersuchungen an, in denen jugendliche Patienten mit Dyslipidämie (Fettstoffwechselstörung) im Fokus standen. [2]

In der Studie konnte der dreimal tägliche Konsum eines Aufgusses aus je 5 g getrockneten und pulverisierten Jujube-Früchten über einen Monat die Cholesterinwerte in einem statistisch relevanten Ausmaß senken. In ihrer aktuellen Studie verifizierten sie die gewonnenen Erkenntnisse unter Verwendung einer höheren Dosierung der Jujube-Zubereitung nun bei älteren Patienten mit Diabetes Typ 2. Zu Studienbeginn qualifizierten sich insgesamt 140 Probanden, von denen 116 Teilnehmer sich gemäß der definierten Kriterien für einen Einschluss als geeignet erwiesen. Per Zufall wurden die Patienten im Alter von mindestens 30 Jahren zwei Gruppen zugewiesen, in denen über einen Zeitraum von drei Monaten entweder eine speziell entwickelte Diät oder aber die Diät in Kombination mit dem Konsum eines Aufgusses aus der Jujuba-Frucht eingehalten werden sollte.

Der Aufguss bzw. Tee, der pro Portion aus 10 g pulverisierten Trockenfrüchten und 100 ml kochendem Wasser unter Einhaltung einer Ziehzeit von 10 Minuten von den Teilnehmern selbst hergestellt wurde, sollte von den Probanden drei Mal täglich vor den Hauptmahlzeiten getrunken werden. Die Diät implizierte eine Reduktion der individuell benötigten, täglichen Kalorienanzahl um 500 Kilokalorien sowie eine definierte Zusammensetzung aus 55% Kohlehydraten, 15% Protein- und 30% Fettgehalt der konsumierten täglichen Speisen. Die Patienten wurden gebeten, ihre sonstigen Gewohnheiten wie sportliche Aktivitäten sowie ihre bisherige Medikation, bestehend aus oralen Antidiabetika, beizubehalten.

In der Jujube-Tee-Gruppe waren zu Studienende im Vergleich mit der reinen Diät-Gruppe eine statistisch signifikante Senkung des glykierten Hämoglobins (HbA1) und des Gesamtcholesterins sowie günstige Effekte hinsichtlich der LDL- und HDL-Werte zu beobachten, die sich aber nicht statistisch signifikant von denen der reinen Diät-Gruppe unterschieden. Auch hinsichtlich der Nüchtern-Blutzucker- und Triglyceridwerte war kein signifikanter Unterschied zwischen beiden Gruppen zu beobachten. Die erhaltenen Resultate wurden hinsichtlich der individuell eingenommenen Antidiabetika-Medikation adjustiert, sodass die Wissenschaftler eine Beeinflussung der Verum-Wirkung durch die konventionelle Medikation ausschließen konnten. Insgesamt wurde der täglich getrunkene Jujube-Tee von den Studienteilnehmern gut vertragen.

Einschätzung:

Die Ergebnisse der vorliegenden Studie lassen die Schlussfolgerung zu, dass der tägliche Konsum eines Tees aus pulverisierten Jujube-Früchten in Unterstützung einer Diabetes-Therapie mit oralen Antidiabetika, idealerweise in Kombination mit einer Diät und regelmäßiger körperlicher Aktivität, zu empfehlen ist. Leider lassen sich die Resultate jedoch wegen nicht vergleichbarer Grundvoraussetzungen nicht auf Patienten übertragen, die sich im Rahmen ihrer Diabetes-Behandlung Insulin-Injektionen verabreichen. Dies sowie die Klärung des Wirkmechanismus und der idealen Dosierung wären potenzielle Fragestellungen für zukünftige Untersuchungen.


Literatur

1) Sabzghabaee AM, Khayam I, Kelishadi R, Ghannadi A, Soltani R, Badri S, Shirani S. Effect of Zizyphus jujuba fruits on dyslipidemia in obese adolescents: a triple-masked randomized controlled clinical trial. Med Arch 2013; 67(3): 156-159 Öffnet externen Link in neuem FensterAbstract

2) Yazdanpanah Z et al. Effect of Zizphus jujube fruit infusion on lipid profiles, glycaemic index and antioxidant status in type 2 diabetic patients: a randomized controlled clinical trial. Phytother Res 2017; epub ahead of print. DOI: 10.1002/ptr.5796 Öffnet externen Link in neuem FensterAbstract

Daniela Hacke

Daniela Hacke, M.A.
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(Veronica Carstens)