Carstens-Stiftung: Aktiv der Demenz vorbeugen: Immer in Bewegung bleiben.

Rubrik: Optimierungsstrategien bei Demenz

Aktiv der Demenz vorbeugen: Immer in Bewegung bleiben

Forschungsplattform Demenz: Präventions-, Therapie- und Versorgungsstrategien. Immer am ersten Donnerstag im Monat berichten wir über Ergebnisse aus unserem Projekt.

Die zunehmende Alterung unserer Gesellschaft stellt die Politik vor große Herausforderungen, gerade in Bezug auf die gesundheitliche Versorgung. Bereits im Jahr 2015 lebten weltweit 46,8 Millionen Menschen mit der Diagnose Demenz. Die Tendenz ist steigend, wenn man berücksichtigt, dass das Risiko an einer Demenz zu erkranken zwischen dem 60. und 90. Lebensjahr um das 60fache steigt.

Grund genug zu schauen, mit welchen Vorsorgemaßnahmen man das Risiko, an einer Demenz zu erkranken, senken kann. Es gibt Risikofaktoren, die man selbst nicht beeinflussen kann, wie z.B. erbliche Vorbelastung, chronische Krankheiten, Umwelteinflüsse u.a.

Folgende sieben Einflüsse haben sich jedoch in klinischen Studien als sogenannte modifizierbare Risikofaktoren bestätigt: niedriger Bildungsstand, körperliche Inaktivität, Diabetes, Bluthochdruck, Übergewicht, Rauchen und Depression. Dies sind also Faktoren, die man durch seinen persönlichen Lebensstil positiv beeinflussen kann, z.B. dem Nikotinverzicht, einer ausgewogenen und gesunden Ernährung sowie regelmäßiger Bewegung. 

KVC Verlag: Forschungsplattform Demenz

Forschungsplattform Demenz

Ergebnisse eines Expertentreffens zu Präventions-, Therapie- und Versorgungsstrategien.

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Ein wichtiger Baustein sowohl in der Prävention als auch in der Therapie scheint dabei die Bewegung zu sein. Studien zeigen z.B., dass die Effekte, die durch regelmäßigen Sport erzielt werden können, vergleichbar sind mit den Effekten einer medikamentösen Behandlung – auch bei bereits bestehendem Demenzsyndrom.

Weitere Studien untersuchen, mit welchen Hilfsmitteln und Maßnahmen das tägliche Leben der Betroffenen und Angehörigen besser zu meistern ist und wie man mit der emotionalen Belastung besser umgehen kann. Auch hier zeigt sich, dass körperliche Aktivität zu einer Verbesserung der kognitiven Leistung führt – und das vor allem dann, wenn diese von den pflegenden Angehörigen begleitet wird. Diese können im Übrigen auch sehr von Bewegung profitieren. Noch größer ist der Effekt übrigens, wenn körperliches und geistiges Training gleichzeitig angeboten werden. Für die Angehörigen selber lassen sich z.B. auch durch den Einsatz von Verhaltenstherapie und Stressmanagement gute Effekte erzielen, wie Studien belegen.

Im Gegensatz zur guten Studienlage zu den oben genannten möglichen Risikofaktoren gibt es zur Primärprävention bislang wenige Studien. Die vorliegenden Daten weisen aber auch wieder auf eine sehr große Bedeutung der Bewegung in der Demenz-Prävention hin. Dabei zeigt sich, dass die Wirksamkeit der körperlichen Aktivität dosisabhängig ist, also je mehr man sich im Alltag bewegt, umso besser werden auch die kognitiven Leistungen. Wichtig ist vor allem, sich mehrere Stunden pro Woche zu bewegen, egal ob moderat oder intensiv. Geeignet sind zum Beispiel Yoga und Spazierengehen, aber auch Ausdauersport wie Joggen.

Demenz, Band 2

Demenz. Vorbeugung und Selbsthilfe

Naturheilverfahren und Ordnungstherapie – Vorbeugung, Linderung von Symptomen und Steigerung der Lebensqualität.

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Weitere umfassende Lebensstiländerungen, die unter dem Begriff der Primärprävention zusammengefasst werden können, sind eine ausgewogene Ernährung (Vermeidung von Übergewicht, Bevorzugung der mediterranen Kost), Vermeidung kardiovaskulärer Risiken (z.B. Reduktion von Stress durch Meditation oder Yoga), soziale Kontakte und aktive Teilhabe am gesellschaftlichen Leben

Es existieren Hinweise auf eine Wirksamkeit für den Einsatz präventiver Maßnahmen, allerdings gibt es bislang nur wenige Studien, die dies eindeutig belegen. Weitere Forschung über den Nutzen einzelner Maßnahmen ist dringend nötig.

Als neue Chancen und Herausforderungen sehen die Autoren z.B. auch die Möglichkeiten der technischen Hilfsmittel. Neben Internetbasierten Achtsamkeitsinterventionen, die bislang erfolgreich bei Menschen mit Angststörungen und pflegenden Angehörigen eingesetzt wurden, gibt es mittlerweile Apps für Smartphones für Diagnostik und Screening. Was die an einer Demenz Erkrankten wirklich an technischer Unterstützung benötigen können, bedarf noch einiger Forschung – unter Berücksichtigung der spezifischen Bedürfnisse der Demenzpatienten selber.

Dr. Beate Stock-Schröer (Dipl.-Biol.)

Programmleitung Förderung, Lehre
und akademischer Nachwuchs

Telefon: 0201 56 305 10
E-Mail: Öffnet ein Fenster zum Versenden der E-Mailb.stock-schroeer@carstens-stiftung.de


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