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16.08.2011
Homöopathie bei Mittelohrentzündung
Doktorarbeit von Sigrid Kruse, 1998
Zur Sache
Das Ohr lässt sich anatomisch in das äußere Ohr (bis zum Trommelfell), das Mittelohr und das Innenohr untergliedern. Das Innenohr ist mit dem Nasen-Rachen-Raum über die sogenannte Ohrtrompete oder Eustachische Röhre (Tuba eustachii) verbunden und wird durch eben diesen Zugang belüftet. Schwillt die Schleimhaut, die die Eustachische Röhre auskleidet, an – beispielsweise bei einem Schnupfen – so kommt es zum Verschluss der Ohrtrompete. Dies begünstigt eine Keimbesiedelung im Innen- und Mittelohr. Die akute Mittelohrentzündung (Otitis media acuta) ist eine der häufigsten Infektionserkrankungen im Kindesalter. Sie tritt gehäuft von Dezember bis März auf. 75-95% aller Kinder erkranken wenigstens einmal an einer akuten Mittelohrentzündung, 30% sogar dreimal und häufiger. Besonders betroffen sind Kinder zwischen 6 Monaten und 6 Jahren. Bei einer Mittelohrentzündung ist die Schleimhaut, die das Mittelohr auskleidet und innen das Trommelfell überzieht, entzündet. Das Krankheitsbild einer akuten Mittelohrentzündung ist gekennzeichnet durch Fieber, Ohrenschmerzen, Hörverminderung und herabgesetztes Allgemeinbefinden. Die Diagnose erhärtet sich, wenn der Kinderarzt im Ohr die typischen Veränderungen des Trommelfells feststellt: Es ist gerötet und vorgewölbt, u.U. auch durchlöchert. Konventionelle Behandlung Üblicherweise werden Mittelohrentzündungen bei Kindern aufgrund der drohenden Komplikationen mit einem oder mehreren der folgenden Arzneimitteln behandelt: > abschwellende Nasentropfen > Antibiotika zur Vorbeugung einer „Superinfektion“ > ggf. fiebersenkende Mittel > Schmerzmittel zur Minderung der Ohrenschmerzen > ggf. schleimverflüssigende Mittel Probleme der konventionellen Therapie Die abschwellenden Nasentropfen können Wirkungen auf den gesamten Organismus entfalten, wie z.B. Blutdruckanstieg und schnelleren Herzschlag. Bei Überdosierung können sie beim Säugling sogar zu einer Atemlähmung führen. Bei längerer Anwendung (> 2-3 Wochen) kann die Nasenschleimhaut geschädigt werden. Die Antibiotika können Allergien bis hin zu schockartigen Reaktionen (Anaphylaxie) hervorrufen, es kann zu Hautausschlägen und Verdauungsbeschwerden kommen, bei manchen Wirkstoffen auch zu Bluterkrankungen. Allgemein zählen Durchfälle zu den häufigsten Nebenwirkungen einer antibiotischen Therapie. Zudem treten nach der Einnahme von Antibiotika gehäuft Pilzinfektionen auf. Ein weiteres Problem ist das Entstehen resistenter Keime bei häufigem Einsatz von Antibiotika. Die homöopathische Behandlung Die Wahl des homöopathischen Arzneimittels richtet sich nicht nach der klinischen Diagnose – in diesem Fall die Otitis media –, sondern nach den im Vordergrund stehenden Krankheitszeichen. Als Grundregel der Homöopathie ist die Ähnlichkeitsregel zu verstehen. Demnach werden die Krankheitszeichen mit den so genannten Arzneimittelbildern verglichen. Dabei handelt es sich um all die Merkmale, Krankheitszeichen und Besonderheiten, die bei einem Gesunden auftreten, wenn er das jeweilige Arzneimittel einnimmt. Viele Arzneimittel verzeichnen in ihrem homöopathischen Mittelbild Beschwerden an den Ohren. Sie kommen für eine Behandlung von Ohrerkrankungen in die engere Wahl, etwa: > Apis Mellifica (Honigbiene) > Aconitum Napellus (Eisenhut) > Belladonna (Tollkirsche) > Chamomilla (echte Kamille) > Pulsatilla Pratensis (Wiesenküchenschelle) Zentrale Fragestellung Gibt es zur Behandlung der akuten Mittelohrentzündung eine Alternative zu den Antibiotika? – Diese Frage stellen sich nicht nur unzählige Mütter. Ihr ging auch die Münchner Kinderärztin Sigrid Kruse in ihrer Doktorarbeit nach (Sigrid Kruse: Otitis Media bei Kindern. Homöopathische Therapie versus konventionelle Therapie, Stuttgart: Hippokrates 1998). Ergebnisse Es wurde festgestellt, dass die Kinder mit einer akuten Otitis media in der homöopathisch behandelten Gruppe A ähnlich schnell und zuverlässig gesund wurden wie die in der konventionell behandelten Gruppe B. Schwere Komplikationen traten in keinem Fall auf. Anhaltende Tubenbelüftungsstörungen (durch die Eustachische Röhre) wurden in beiden Gruppen ähnlich häufig festgestellt. Die Therapie war in der homöopathisch behandelten Gruppe A deutlich kürzer als in der konventionell behandelten Gruppe B. Bei der Rückfallhäufigkeit innerhalb eines Jahres konnte kein auffälliger Unterschied zwischen beiden Gruppen gefunden werden, allerdings traten tendenziell weniger Rückfälle (Rezidive) in der homöopathisch behandelten Gruppe A auf. |
Da die akute Mittelohrentzündung gefährliche Komplikationen haben kann, greifen Kinderärzte oft zu Antibiotika. Diese können jedoch Nebenwirkungen auslösen. Der Ratgeber stellt die Homöopathie als alternative Behandlung vor.
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Der Kompass Komplementärmedizin (KoKo) ist eine Beilage der Mitgliederzeitschrift von Natur und Medizin. Ausgabe 25 erläutert, welche naturheilkundlichen Behandlungsmaßnahmen Kindern bei einer akuten Mittelohrentzündung helfen.
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