Bild fehlt:/media/banner/543x134_charite_hoersaal.jpg
20.05.2008

Berliner Charite besetzt Deutschlands erste Professur zur Erforschung der Komplementärmedizin (Alternativmedizin)

Presseinformation
(Berlin, 20.05.2008) Prof. Dr. Claudia Witt erhält die Stiftungsprofessur der Karl und Veronica Carstens-Stiftung zur Erforschung der Komplementärmedizin (Alternativmedizin) an der Berliner Charité. Damit wird erstmals in Deutschland Spitzenforschung auf diesem Gebiet im Rahmen einer Professur möglich.

Nach einer öffentlichen Ausschreibung und einem universitären Berufungsverfahren konnte
Claudia Witt aufgrund herausragender wissenschaftlicher Leistungen und Erfahrungen in der
Lehre für die Professur gewonnen werden. Prof. Dr. Detlev Ganten, Vorstandsvorsitzender der
Charité – Universitätsmedizin Berlin: „Die Charité ist einer naturwissenschaftlichen Medizin
verpflichtet. Wir sehen großen Forschungsbedarf im Bereich Komplementärmedizin und freuen
uns, dass mit Frau Professor Witt die ideale Besetzung gefunden wurde, den großen
Herausforderungen in diesem Gebiet erfolgreich zu begegnen.“

Die Stiftungsprofessur wird am Institut für Sozialmedizin, Epidemiologie und Gesundheitsökonomie
der Berliner Charité angesiedelt sein. Mit der Fördersumme von insgesamt einer Millionen Euro
werden die Professur und zwei Mitarbeiterstellen über einen Zeitraum von fünf Jahren gesichert.
Die Carstens-Stiftung will mit ihrem Engagement die Forschung auf dem Gebiet der
Komplementärmedizin, wie z.B. Naturheilverfahren, Homöopathie und Chinesischer Medizin,
stärken.

Der Geschäftsführer der Karl und Veronica Carstens-Stiftung, Dr. Henning Albrecht, unterstreicht
die Bedeutung der neuen Professur für den Erfolg der Komplementärmedizin: „Nur durch
erstklassige Forschung können komplementäre Therapieverfahren langfristig gesichert und in die
Patientenversorgung integriert werden. Die Professur an der Charité nimmt dabei eine
Schlüsselrolle in Deutschland ein. Ich bin überzeugt davon, dass Frau Professor Witt die
wissenschaftliche Untermauerung der Komplementärmedizin und damit deren Akzeptanz in
Deutschland mit großen Schritten voranbringen wird.“

Die Lücke zwischen Therapierealität und wissenschaftlichem Kenntnisstand schließen
Prof. Witts wissenschaftliche Schwerpunkte liegen in der Therapieforschung zur
Komplementärmedizin, insbesondere im Bereich der Chinesischen Medizin und der Homöopathie.
Dies beinhaltet die Untersuchung von Wirksamkeit, Therapiesicherheit und Kosteneffektivität
dieser Behandlungsansätze. Mit groß angelegten Studien, z.B. zur Akupunktur, konnte sie bereits
internationale Standards setzen. Prof. Dr. Witt tritt mit großer Leidenschaft die neue Aufgabe an:
„Über 60 Prozent der Bevölkerung nehmen Angebote der Komplementärmedizin in Anspruch.
Dennoch ist nur wenig über deren Wirksamkeit, aber auch deren möglichen Nebenwirkungen
bekannt. Ich freue mich, meinen Beitrag dazu leisten zu können, die große Lücke zwischen
Therapierealität und wissenschaftlichem Kenntnisstand zu schließen.“

Für die kommenden Jahre sind bereits umfangreiche Forschungsvorhaben geplant. Neben Studien
zu einzelnen Behandlungsverfahren wie Qigong, Akupunktur und Homöopathie wurden bereits
große interdisziplinäre Forschungsprojekte zur Chinesischen und Tibetischen Medizin beantragt.
Neben der Forschung liegen Prof. Witt aber auch die Lehre und die Förderung des
wissenschaftlichen Nachwuchses in Form von Promotionen, postgraduierten Weiterbildungen und
Expertenkonferenzen am Herzen.

Um dies alles realisieren zu können, bietet die Charité mit dem Institut für Sozialmedizin,
Epidemiologie und Gesundheitsökonomie die idealen Voraussetzungen. Der Direktor des Instituts,
Prof. Dr. Stefan N. Willich, blickt erwartungsvoll in die Zukunft: „Unser Institut hat einen exzellenten
Forschungsschwerpunkt zur Komplementärmedizin mit internationaler Bedeutung. Es wird diese
Stellung mit Hilfe von Frau Professor Witt in Zukunft noch weiter ausbauen können.“

Das Institut für Sozialmedizin, Epidemiologie und Gesundheitsökonomie
Das Institut für Sozialmedizin, Epidemiologie und Gesundheitsökonomie erforscht bereits seit 1997
die Wirksamkeit und den Nutzen komplementärmedizinischer Ansätze wie Akupunktur und Homöopathie
bei Patienten mit chronischen Erkrankungen. Das Charité-Institut hat dabei mit seinen
Forschungsprojekten internationale Standards gesetzt. Im Rahmen eines Modellvorhabens der
Techniker Krankenkasse und weiterer Krankenkassen wurde u.a. die weltweit bislang größte
Studie zur Prüfung der Wirksamkeit und Wirtschaftlichkeit von Akupunktur durchgeführt. An dem
Modellvorhaben nahmen rund 10.000 Ärzte mit über 300.000 Patienten teil. Dabei wurden ca. drei
Millionen Akupunkturbehandlungen für das Forschungsprojekt ausgewertet.

Die Karl und Veronica Carstens-Stiftung
Die Karl und Veronica Carstens-Stiftung wurde 1981 vom damaligen Bundespräsidenten Prof. Dr.
jur. Karl Carstens und seiner Ehefrau Dr. med. Veronica Carstens gegründet. Sie fördert die
wissenschaftliche Durchdringung von Naturheilkunde und Homöopathie sowie den
wissenschaftlichen und ärztlichen Nachwuchs. Das langfristige Ziel ist die Integration der
Komplementärmedizin in Forschung und Lehre der Hochschulmedizin. Als operative Stiftung
unterhält sie eigene Projekte, einen Verlag und eine Fachbibliothek. Gefördert werden
klinische Studien, Grundlagenforschung und der medizinische Nachwuchs über das
Promotionsförderprogramm. Die Finanzierung erfolgt ausschließlich über Spenden und
Mitgliedsbeiträge ihrer 36.000 Mitglieder an die stiftungseigene Fördergemeinschaft "Natur und
Medizin".

Informationen zu Prof. Claudia Witt
Zur Person (PDF, 146 kb)
Portraitfoto (JPG, 1,4 MB)
Curriculum vitae (PDF, 19 kb)
Publikationsliste (PDF, 23 kb)

Hintergrundinformationen zur Stiftungsprofessur
Vortragsfolien "Moderne Forschung zur Komplementärmedizin" (PDF, 405 kb)
Handout "Moderne Forschung zur Komplementärmedizin" (PDF, 123 kb)


Ansprechpartner:

Dr. Henning Albrecht
Karl und Veronica Carstens-Stiftung
Geschäftsführer
Am Deimelsberg 36, 45276 Essen
Tel.: 0201/56305-15
Fax: 0201/56305-30
E-Mail: h.albrecht@carstens-stiftung.de

Prof. Dr. Claudia M. Witt, MBA
Stellv. Institutsdirektorin
Leitung Projektbereich Komplementärmedizin
Institut für Sozialmedizin, Epidemiologie und Gesundheitsökonomie
Charité – Universitätsmedizin Berlin
10098 Berlin
Tel: 030-450529132
Fax: 030-450529917
E-mail: claudia.witt@charite.de

Autor: Frederik Betsch
 
 
Diese Seite
per Email versenden
drucken
share on facebook
 
Michèl Gehrke, M.A.
Michèl Gehrke, M.A.
Pressesprecher
Telefon
Email
Dr. Henning Albrecht, Geschäftsführer der Carstens-Stiftung, über die Notwendigkeit von Wissenschaft und Forschung in der Komplementärmedizin. [mehr]
 
© 2011-2014 Karl und Veronica Carstens-Stiftung | Im Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft | Am Deimelsberg 36 | 45276 Essen | Telefon: +49 0201 563050 | Telefax: +49 0201 56305 30