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Mit Akupunktur gegen Atemnot bei COPD

Im Rahmen einer prospektiven, placebokontrollierten Studie untersuchten japanische Wissenschaftler die Wirkung von einmal wöchentlich durchgeführter Akupunktur auf die besonders während körperlicher Belastung auftretende Atemnot bei Patienten, die an chronisch obstruktiver Lungenerkrankung (COPD) leiden. Die Akupunkturbehandlung erstreckte sich über einen Zeitraum von drei Monaten. Sie basierte auf standardisierten Akupunkturpunkten hinsichtlich lungenspezifischer Funktionsstörungen sowie in der traditionellen Literatur beschriebenen Punkten für Bronchialasthma und chronischer Bronchitis. Mittels eines 6-Minuten-Gehtests wurden atmungsspezifische Funktionen, wie beispielsweise die respiratorische Muskelkraft der 68 teilnehmenden Probanden, erhoben und ausgewertet.

Insgesamt schnitt die Akupunkturgruppe hinsichtlich der Sauerstoffwerte und der erhöhten Ausdauer bedeutend besser als die Scheinakupunktur-Gruppe ab, was auch dazu führte, dass die Lebensqualität der Probanden in der Akupunkturgruppe anstieg. Die Bewertung ihrer Dyspnoe-spezifischen Beschwerden nahmen die Studienteilnehmer mittels der sog. Borg-Skala vor. In der Akupunkturgruppe verbesserten sich die Werte von 5,5 auf 1,9 Punkte, in der Scheinakupunkturgruppe verschlechterte sich der Zustand gar von 4,2 auf 4,6 Punkte (0 = keine Atemnot, 10 = erhebliche Atemnot).

Eine eindeutige Erklärung für die Überlegenheit der Akupunktur sowie der genauen Wirkungsweise auf die Atemfunktionen können die Wissenschaftler zwar nicht liefern, sie vermuten jedoch, dass die durch die Akupunkturbehandlung induzierte Entspannung der atemspezifischen Muskulatur und die Korrektur des autonomen Tonus für die beobachteten Effekte verantwortlich sind.

Einschätzung:
Für COPD-Patienten spielt eine verbesserte Belastungsfähigkeit bei körperlicher Bewegung eine erhebliche Rolle in punkto Lebensqualität. Die Ergebnisse der vorliegenden Studie erscheinen vielversprechend, auch wenn unklar bleibt, ob die verbesserten Dyspnoe-spezifischen Werte von Bestand sind. Fraglich ist auch, weshalb nur die Patienten, nicht aber die Therapeuten verblindet waren, so dass eine Beeinflussung des Ergebnisses durch letztere nicht auszuschließen ist. Darüber hinaus könnte auch die beibehaltene COPD-Medikation Einfluss auf die erhaltenen Ergebnisse genommen haben. Langzeitstudien mit einer höheren Probandenzahl sowie Follow-up-Analysen sollten diese Fragestellungen jedoch klären können.
 
Literatur
  1. Suzuki M, Muro S, Ando Y, Omori T, Shiota T, Endo K, Sato S, Aihara K, Matsumoto M, Suzuki S, Itotani R, Ishitoko M, Hara Y, Takemura M, Ueda T, Kagioka H, Hirabayashi M, Fukui M, Mishima M. A randomized, placebo-controlled trial of acupuncture in patients with chronic obstructive pulmonary disease (COPD). Arch Int Med 2012 2012 (doi:10.1001/archinternmed.2012.1233) > Abstract
 
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Daniela Hacke, M.A.
Fachbereich Informationsbeschaffung und Wissensmanagement
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