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Glückstraining für weniger Stress

Studie zeigt: Glücklichsein schützt vor beruflichem und privatem Stress
Stress ist unser täglicher Begleiter – im Arbeits- wie im Privatalltag. Wie wir dem Stress, besonders dem negativen Stress (Distress) die Stirn bieten können, hängt mit unserer Wahrnehmung und dem Umgang mit Stress-Situationen ab. Ein wesentlicher Faktor in der Bekämpfung von Stress, mit dem sich Coburger Gesundheitswissenschaftler, allen voran Prof. Dr. Tobias Esch, beschäftigen, besteht darin, ein grundlegendes Glücksempfinden zu entwickeln. In einer vorläufigen Studie wurde nun mit Unterstützung des prominenten Arztes und Kabarettisten Eckart von Hirschhausen und der Stiftung "Humor hilft heilen" untersucht, inwiefern Glück sich erlernen lässt und ob die Geschulten nach dem Training besser mit Stress umgehen können. Das Glückstraining ist kostenfrei über www.glueck-kommt-selten-allein.de abrufbar.
 
Die Untersuchung wurde mit 150 Beschäftigten eines in der Versicherungsbranche angesiedelten Unternehmens in einem für die Mitarbeiter stressintensiven Zeitraum durchgeführt. Nach dem Zufallsprinzip wurden sie in zwei Gruppen aufgeteilt. Die Teilnehmer der Interventionsgruppe absolvierten über einen Zeitraum von sieben Wochen ein Online-Glückstraining nach dem Konzept von Eckart von Hirschhausen, während die Teilnehmer in der Kontrollgruppe keine Intervention erhielten (Warteliste). Die internetgestützten Übungen zum Erlernen von Glück nahmen jeweils zwischen 10 und 15 Minuten in Anspruch und wurden von den Teilnehmern ein Mal wöchentlich teils auf der Arbeit, teils zu Hause durchgeführt. Zur objektiven Kontrolle wurden den Teilnehmern Speichelproben entnommen, da die Höhe der darin enthaltenen Stresshormone Aufschluss über die aktuelle Stress-Situation einer Person geben. Zusätzlich gaben die Probanden per Fragebogen Auskunft über ihr psychosoziales und physisches Wohlbefinden. Weitere Faktoren, die von den Wissenschaftlern abgefragt wurden, waren Achtsamkeit, Konzentrationsfähigkeit und die Fähigkeit, abzuschalten.
 
Im Vergleich mit der Kontrollgruppe nahmen die Glücksgeschulten Stress deutlich weniger wahr, zudem waren sie zufriedener und glücklicher. Die Probanden berichteten über eine Verbesserung ihrer Lebensqualität, und auch Faktoren wie Achtsamkeit und die Fähigkeit, abschalten zu können, konnten zwar nicht deutlich verbessert, aber verstärkt werden. Diese Effekte waren über den gesamten Beobachtungszeitraum hinweg konstant. Hinsichtlich der Speichelanalysen konnten jedoch keine signifikanten Unterschiede zwischen den Gruppen festgestellt werden. 

Einschätzung:
Die Ergebnisse der Pilotstudie könnten ein erster Schritt in einer ganzen Reihe von Untersuchungen zur Stressbewältigung sein, in deren Fokus das Glücksempfinden und dessen Erlernen steht. Gerade vor dem Hintergrund aktueller statistischer Daten, nach denen immer mehr Arbeitsausfälle durch psychische bzw. stressbedingte Erkrankungen verursacht werden, sollte der Faden, den die vorliegende Untersuchung vorgelegt hat, aufgenommen werden. Weitere Untersuchungen sollten methodische Verbesserungen wie z.B. eine aktive Kontrolle, eine längere Beobachtungszeit etc. berücksichtigen und Störvariablen wie z.B. eine ungleiche Geschlechterverteilung zwischen den Gruppen vermeiden.

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Literatur
  1. Feicht T, Wittmann M, Jose G, Mock A, Hirschhausen E von, Esch T. Evaluation of a seven-week web-based happiness training to improve psychological well-being, reduce stress, and enhance mindfulness and flourishing: a randomized controlled occupational health study. Evid Based Complement Alternat Med 2013; Article ID 676953: doi: 10.1155/2013/676953 > Abstract
 
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Daniela Hacke, M.A.
Fachbereich Informationsbeschaffung und Wissensmanagement
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