Carstens-Stiftung: Mit Sanddorn bleibt kein Auge trocken.

Rubrik: Studien kurz und knapp

Mit Sanddorn bleibt kein Auge trocken

Die Diagnose "Trockenes Auge" bedeutet für so manchen Patienten, sich in Geduld zu üben, da bisher keine optimale Behandlungsstrategie existiert. Eine finnische Studie untersuchte nun, wie die im Tränenfilm enthaltenen und für die Augenbefeuchtung wichtigen Fettsäuren durch die Einnahme von Sanddorn-Öl beeinflusst werden können.

Die Diagnose "Trockenes Auge" bedeutet für so manchen Patienten, sich in Geduld zu üben, da bisher keine optimale Behandlungsstrategie existiert. Eine finnische Studie untersuchte nun, wie die im Tränenfilm enthaltenen und für die Augenbefeuchtung wichtigen Fettsäuren durch die Einnahme von Sanddorn-Öl beeinflusst werden können.

Menschen, die unter dem sog. Trockenen Auge (Keratoconjunctivitis sicca) leiden, haben vor allem unter einer mangelhaften Benetzung ihrer Augen durch Tränenflüssigkeit zu leiden. Der fehlende Tränenfilm auf dem Auge führt zu Schmerzen, einem Fremdkörpergefühl im Auge, Lichtempfindlichkeit und Sehstörungen. Meist müssen die Betroffenen dann ihr Leben lang „künstliche Tränen“ verwenden und sich ggf. einer antientzündlichen Therapie unterziehen. Dennoch bleibt die Behandlung dieser Augenerkrankung schwierig.

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Deshalb untersuchten finnische Wissenschaftler, ob eine orale Therapie mit Sanddorn-Öl positive Auswirkungen auf den Fettsäurengehalt des Tränenfilms hat. Die im Sanddorn-Öl enthaltenen Fettsäuren könnten die Qualität des Tränenfilms verbessern, so die Hypothese der Wissenschaftler. Für die Studie wurde das Öl der gesamten Sanddornbeere (Fleisch und Kerne) verwendet. 52 der insgesamt hundert Probanden nahmen drei Monate lang täglich zwei Gramm Sanddorn-Öl-Kapseln ein, während 48 Probanden unter gleichen Bedingungen Placebo-Öl-Kapseln zu sich nahmen. Die Untersuchung des Tränenfilms nach drei Monaten ergab keinen Unterschied hinsichtlich der Zusammensetzung der Fettsäurenkombination zwischen den beiden Gruppen. Allerdings konnten die Probanden der Sanddorn-Öl-Gruppe im Vergleich zu der Placebo-Gruppe von einer verbesserten Symptomatik sowie einer leicht verminderten Osmolarität (Anteil gelöster Teilchen, auf das Volumen bezogen) der Tränenflüssigkeit profitieren.

Einschätzung:

Auch wenn das Ergebnis dieser Studie nicht spektakulär ausfiel, so deutet es dennoch in eine Richtung, die es sich lohnt zu verfolgen. Zunächst einmal war die Stichprobengröße der Studie gut berechnet, was die Aussagekraft des Ergebnisses auf 80 Prozent hob. Zudem gab es in der Vergangenheit nur wenige Studien, die die Effekte von fettsäurehaltigen Ölen auf die Zusammensetzung innerhalb der meibomschen Drüsen (kleine Talgdrüsen der Augenlider)  untersucht haben.

Leider konnte der angenommene Effekt der Veränderung der Zusammensetzung von Fettsäuren im Tränenfilm nicht bewiesen werden. Der Vermutung der Forscher, die Verbesserung der Symptomatik beruhe auf anderen Effekten als dem angenommenen, wäre aber noch in weiteren Studien nachzugehen.

Literatur

Järvinen RL, Larmo PS, Setälä NL, Yang B, Engblom JRK, Viitanen MH, Kallio HP. Effects of oral sea buckthorn oil on tear film fatty acids in individuals with dry eye. Cornea 2011; 30(9): 1013-1019 Opens external link in new windowAbstract


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(Veronica Carstens)

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