Carstens-Stiftung: Lachen soll Herz und Gefäße gesund halten.

Carstens-Stiftung: Lachen soll Herz und Gefäße gesund halten.

Studien kurz und knapp

Lachen ist die beste (Herz)Medizin

Lachen auf Rezept? Um Herz und Gefäße gesund zu halten, wäre dies keine so abwegige Maßnahme, wie eine japanische Studie nun zeigt.

Im Rahmen einer groß angelegten Studie (Japan Gerontological Evaluation Study – JAGES) mit rund 21.000 Männern und Frauen im Alter von mindestens 65 erhoben japanische Wissenschaftler, wie häufig die einzelnen Teilnehmer im Laufe ihres Alltags lachten.[1] Die Probanden sollten einen Fragebogen ausfüllen, der unter anderem Informationen zu den Themen Optimismus und dem subjektiv empfundenen Gesundheitsstatus abfragte. Besonders interessant war für die Forscher zu erfahren, wie oft die Befragten täglich lachen und ob jemals Herzerkrankungen oder Schlaganfälle bei Ihnen diagnostiziert worden waren. Des Weiteren wurden Informationen über Lebensstilfaktoren, soziale Teilhabe, erhöhte Cholesterinwerte, Bluthochdruck und depressive Verstimmungen erhoben – einige von diesen sind Faktoren, die die Häufigkeit des Lachens beeinflussen.

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Für die Auswertung standen den Wissenschaftlern letztendlich die Daten von 138.294 Befragten (70,8 Prozent aller Teilnehmer) zur Verfügung. Dabei wurde deutlich, dass diejenigen, die mehrmals täglich lachten, unabhängig vom Geschlecht, weniger Herzerkrankungen oder Schlaganfälle aufzeigten als jene, die selten oder nur gelegentlich lachten. Personen, die sich öfter mit anderen Menschen trafen, lachten häufiger, rauchten weniger, tranken mehr Alkohol, übten mehr Sport aus und wiesen einen höheren Body-Mass-Index auf. Auf die Blutfettwerte (Cholesterin) hatte die Häufigkeit des Lachens aber keine Auswirkung.
 
Die Wissenschaftler vermuten hinter dieser Entwicklung, dass häufiges Lachen psychologischen Stress kompensiert, welcher einer der Faktoren für eine Entwicklung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen darstellt. Erkenntnisse aus vergangener Forschung weisen zudem darauf hin, dass Lachen die Gefäßfunktion verbessert und das für eine gesunde Durchblutung relevante Hormongleichgewicht reguliert. Unter dem Strich könnte jedoch auch eine grundsätzlich positivere Lebenseinstellung der Teilnehmer als Erklärung für die Tendenzen in dieser Studie verantwortlich gemacht werden. Diese Fragestellung wäre in zukünftigen Studien zu klären, welche die Effekte einer Lachtherapie – also einer Art des verordneten Lachens – auf die Herzgesundheit von Menschen mit verschiedenen Ausprägungen von Optimismus überprüfen.

Einschätzung:

Schön, wenn es so einfach wäre: Öfter mal herzhaft lachen und schon muss man sich um die Herzgesundheit keine Sorgen mehr machen. Wie oft und intensiv man lacht, ist sicherlich zweitrangig. Wichtig ist eher, dass die Grundvoraussetzungen gegeben sind, d.h. das Lachen muss von Herzen kommen, um dem Herzen zu nutzen. Eine positive Lebenseinstellung, Zufriedenheit und Ausgeglichenheit spielen dabei eine wichtige Rolle. So hat die Glücksforschung, wie z.B. vertreten von Prof. Tobias Esch, erkannt, dass das persönliche Glückserleben und eine gesunde Lebenszufriedenheit eine große Bedeutung in der Prävention schwerwiegender Erkrankungen einnimmt.[2] Die Frage, ob Glück und Lebenszufriedenheit erlernbar bzw. beeinflussbar ist und Lachen auf Rezept wirklich gesünder macht, muss jedoch im Rahmen weiterer Untersuchungen geklärt werden.

Literatur

1) Hayashi K, Kawachi I, Ohira T, Kondo K, Shirai K, Kondo N. Laughter is the best medicine? A cross-sectional study of cardiovascular disease among older Japanese adults. J Epidemiol 2016; epub ahead of print, doi:10.2188/jea.JE20150196. Opens external link in new windowAbstract

2) Tobias Esch: Die Neurobiologie des Glücks. Wie die positive Psychologie die Medizin verändert ; 4 Tabellen. Georg Thieme Verlag(Stuttgart) 2012. 216 Seiten. ISBN 978-3-13-166111-1. Opens external link in new windowAbstract

Daniela Hacke

Daniela Hacke, M.A.
Fachbereich Bibliothek | Informationsmanagement

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(Veronica Carstens)