Carstens-Stiftung: Homöopathie bei Diabetes

Studien kurz und knapp

Homöopathie bei Diabetes

Studie belegt verbesserte Kontrolle des Blutzuckerspiegels durch homöopathische Zusatzbehandlung, vor allem bei Patienten mit ungünstiger Prognose.

Laut WHO leiden weltweit ca. 143 Mio. Menschen unter Diabetes. Bis 2025 wird die Zahl der Betroffenen voraussichtlich auf 300 Mio. steigen. Die Behandlung von Typ II-Diabetes umfasst Lebensstilveränderungen und die Einnahme oraler Antidiabetika (OAD). Analysen zeigen, dass die Kontrolle des Blutzuckerspiegels durch diese Maßnahmen häufig nicht hinreichend gelingt. Bei fortgeschrittenen Erkrankungen muss daher gegebenenfalls zusätzlich Insulin substituiert werden. Eine Verbesserung der Behandlungsmöglichkeiten von Diabetespatienten durch komplementärmedizinische Methoden erscheint daher wünschenswert.

Eine Studie aus 2008 konnte bereits belegen, dass die Symptome einer diabetischen Polyneuropathie durch eine homöopathische Therapie signifikant gelindert werden können. Zusätzlich wurden Kostenersparnisse in der Homöopathiegruppe registriert. [1] Eine weitere Beobachtungsstudie aus 2013 demonstrierte, dass sich durch Anwendung der Homöopathie unter anderem eine verbesserte Kontrolle des Blutzuckerspiegels erzielen lässt. [2] Die vorliegende Arbeit [3] widmet sich nun außerdem der Fragestellung, welche Faktoren eine homöopathische Zusatztherapie bei Typ II-Diabetes als besonders aussichtsreich erscheinen lassen.

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Material und Methoden

Die chinesischen Wissenschaftler führten eine retrospektive Kohortenstudie zur individuellen homöopathischen Behandlung von Diabetespatienten durch. Allen 27 Probanden wurden mindestens sechs Monate lang auf Grundlage der Gesamtheit ihrer Symptome potenzierte Arzneimittel verordnet. Zusätzlich wurden Standardtherapien empfohlen. Als Vergleichsgruppe wurden die Daten von Patienten ausgewertet, welche nur die Standardbehandlung erhalten hatten. Als Hauptzielkriterium wurde der Nüchtern-Plasmaglukosespiegel (FPG) gewählt. Zusätzlich wurden diverse weitere diabetesassoziierte Laborparameter sowie demographische Daten erhoben. Der Studienzeitraum betrug insgesamt 12 Monate.

Ergebnisse

Die Patientengruppen waren in Bezug auf Alter, Geschlecht sowie Tabak- und Alkoholkonsum vergleichbar. Die homöopathische Therapie wurde aber vermehrt von Patienten in Anspruch genommen, die eine lange Krankheitsgeschichte (>20 Jahre), schlechtere Blutzuckerwerte bei Studienbeginn sowie zusätzliche Herzerkrankungen vorwiesen. Dennoch beobachteten die Forscher zum Studienende deutlich verbesserte Blutzuckerwerte bei den Homöopathiepatienten im Vergleich zu denjenigen, die lediglich die Standardbehandlung erhalten hatten. Innerhalb der Homöopathiegruppe wurden größere Besserungen bei Diabetikern gemessen, deren Ausgangsbedingungen schlechter gewesen waren (höheres Glukoselevel, längere Krankheitsdauer, Einnahme vieler Medikamente). Die Effekte der homöopathischen Therapie waren klinisch relevant und übertrafen die durchschnittliche Wirkung eines zusätzlichen oralen Antidiabetikums in Hochdosierung (FPG Homöopathie vs. 10 mg Saxagliptin/Tag: -2.24 +- 0.63 mmol/l vs. -1.14 +- 0.14 mmol/l).

Einschätzung:

Die vorliegende Studie deutet darauf hin, dass sich durch eine Therapie mit individuell gewählten homöopathischen Arzneimitteln eine signifikante Reduktion des Blutzuckerspiegels bei Typ II-Diabetes erzielen lässt. Zusätzlich legen die Daten den Schluss nahe, dass Patienten mit einem schwereren Erkrankungsgrad stärker von der Zusatzbehandlung profitieren. Aufgrund des Studiendesigns sollten die Resultate dieser Arbeit für sich genommen zwar vorsichtig interpretiert werden. Andererseits weisen sie in dieselbe Richtung wie vorangegange klinische Prüfungen der Homöopathie bei ähnlichen Indikationen. Ein Therapieversuch bei Diabetes erscheint vor diesem Hintergrund erwägenswert, zumal es sich um ein besonderes sicheres und nebenwirkungsarmes Behandlungsverfahren handelt.

Literatur

[1] Pomposelli R, Piasere V, Andreoni C, et al. Observational study of homeopathic and conventional therapies in patients with diabetic polyneuropathy. Homeopathy 2009; 98(1): 17e25. Öffnet externen Link in neuem FensterAbstract

[2] Nayak C, Oberai P, Varanasi R, et al. A prospective multi-centric open clinical trial of homeopathy in diabetic distal symmetric polyneuropathy. Homeopathy 2013; 102(2): 130e138. Öffnet externen Link in neuem FensterAbstract

[3] To, K.L.A.; Fok, Y.Y.Y.; Chong, K.C.M.; Lee, Y.C.J.; Yiu, L.S.S.: Individualized homeopathic treatment in addition to conventional treatment in type II diabetic patients in Hong Kong, A retrospective cohort study. Homeopathy 2017; 106(2): 79-86. Öffnet externen Link in neuem FensterAbstract

Dr. Jens Behnke, Carstens-Stiftung : Natur und Medizin

Dr. Jens Behnke

Homöopathie in Forschung und Lehre

Telefon: 0201 56 305 13 und 0178 5594 308
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(Veronica Carstens)