Wir für Studierende

Das 1x1 des Promovierens

Was gehört zum Prozess des Promovierens in der Komplementärmedizin alles dazu? Worauf sollte man unbedingt achten? Welche Stolperfallen lassen sich vermeiden und welche Hilfsmittel haben sich bewährt?


Planung

Wer promovieren möchte, muss gut organisieren können! So sollte man sich als allererstes hinsetzen und einen realistischen Zeit- bzw. Ablaufplan erstellen. Ein guter Zeitplan ist das A und O. Wie soll mein Thema / meine Fragestellung genau heißen? Wer kann meine Arbeit an der Universität betreuen? Wann will ich welche Arbeitsschritte machen? Wen muss ich wann wie informieren? Wie suche ich die passende Literatur? Wo kann ich diese bestellen und wie werte ich sie richtig aus?

Tipp: Nicht zu eng takten und Raum für Unvorhergesehenes lassen. Zwischendurch auch Pausen für die eigene Regeneration einplanen. Und so viel wie möglich im Vorhinein klären und festlegen!

Diplomatie

Wer am Ende seine Promotionsurkunde in der Hand hält, hat sich in der Regel auch eine Diplomatenurkunde verdient. Um eine Promotion durchzubringen, muss man mit vielen Menschen zusammenarbeiten und viele verschiedene Interessen unter einen (Doktor-)Hut bringen. Erfolgreich zu promovieren bedeutet auch immer Verhandlungsgeschick und Kompromissbereitschaft zu zeigen. Dazu gehören die Absprachen mit dem Doktorvater, ggf. mit Probanden und Patienten, Institutionen, Mitautoren usw. Dabei ist Diplomatie sehr wichtig. Denn letztendlich arbeiten alle Seiten für das gleiche Ziel: eine gute wissenschaftliche Arbeit zu erstellen und zu publizieren.

Verbindlichkeiten

Nicht nur diplomatisches Verhalten ist wichtig sondern auch möglichst schriftliche Vereinbarungen zu treffen. Dazu gehört es z.B. einen Doktorandenvertrag abzuschließen. Der Doktorandenvertrag ist für beide Seiten verbindlich und enthält die wichtigsten Vereinbarungen, z.B. über die Betreuungszusage, Bereitstellung des Arbeitsplatzes, Teilnahme an Konferenzen, ggf. Weiterbildungsmöglichkeiten. Er regelt auch Fragen wie "Wem gehört das Thema?" und "Wer schreibt die Publikation und wer steht wo auf der Veröffentlichung?"

Bei Beratungsgesprächen empfiehlt es sich, immer ein Protokoll anzufertigen, um Beschlüsse und Vereinbarungen zu dokumentieren.

Netzwerken

Gerade weil man sich oft komplett allein gelassen fühlt während der Promotion, ist es umso wichtiger bei Zeiten zu schauen, wo die richtigen Ansprechpartner und Unterstützer zu finden sind. Da ist zum einen die offizielle Seite wie Mitarbeiter im Labor, Bibliotheksangestellte und Professoren sowie andere Promovierende, die einem ganz praktisch behilflich sein können. Aber nicht nur die praktische sondern auch die motivierende Unterstützung ist zum Durchhalten oft genauso wichtig. Entweder findet man diese in der Familie oder Freundeskreis, aber auch die Doktorandentreffen – an vielen Unis inzwischen etabliert – können da helfen. Ein wichtiges Instrument in unserer Promotionsförderung sind genau diese regelmäßig stattfindenden KVC-Kolloquien.

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Hilfsmittel

Wie immer ist es wichtig, die richtigen Hilfsmittel zu finden und zu nutzen. Wenn man genügend Zeit hat, lohnt es sich Literatur ganz allgemein zum Schreiben einer wissenschaftlichen Arbeit zu lesen. Hat man einen Betreuer gefunden, sollte man möglichst bald anfangen "alte" Doktorarbeiten aus der Abteilung oder thematisch verwandte Doktorarbeiten aus anderen Universitäten zu lesen. So früh wie möglich sollte man lernen, wie man Textverarbeitungsprogramme richtig nutzt. Nicht mehr weg zu denken beim wissenschaftlichen Arbeiten sind inzwischen auch die Literaturverwaltungsprogramme. Da empfiehlt es sich, das zu wählen, was die Kollegen verwenden, denn eigentlich unterscheiden sich die verschiedenen Programme ob z.B. Citavi oder Endnote kaum. Je nach Art der Doktorarbeit kommen darüber hinaus noch verschiedene besondere Programme zur Anwendung (z.B. Programme zur Datenerfassung und -analyse, wie Excel, SPSS, Maxqda, Atlas ti usw.).

Literatursuche und Literatursichtung

Die Literatursuche zieht sich wie ein roter Faden durch die ganze Arbeit: Vom Beginn der Arbeit für die Einleitung und Entwicklung der Fragestellung bis zum Ende zur Untermauerung der eigenen Ergebnisse. Neben dem Finden wirklich aller relevanten Literatur, ist es eben auch nicht einfach zu entscheiden, was nun wirklich wichtig für die eigene Arbeit ist. Wir sind keine Eichhörnchen: Nur wirklich das sorgfältig lesen, was entweder methodisch oder thematisch für die eigene Arbeit wesentlich ist.

Folgende Fragen sollte man sich stellen: Nach welcher Art Arbeit suche ich? Für welchen Zweck brauche ich die Publikation, die ich suche? Um die Fragestellung der eigenen Arbeit zu konkretisieren oder um die beste Methodik zu finden?

Durchführung

Wenn alles gut geplant und vorbereitet ist, kann mit der Durchführung der Arbeit begonnen werden. Das heißt: jetzt zeigt es sich, ob man das richtige Setting für die klinische Studie gewählt hat, die Fragebogen und die zu befragenden Gruppen richtig ausgesucht oder auch die richtigen Ansprechpartner für die qualitative Arbeit angesprochen hat. Die Durchführung der Arbeit klappt nur dann gut, wenn auch die Planung gut war. Aber hier gibt es dann doch so viele Dinge, die schiefgehen können... also letztendlich gehört auch eine große Portion Glück für eine erfolgreiche Durchführung dazu!

Das Schreiben

Sind die Ergebnisse alle da und ausgewertet, heißt es "nur noch zusammenschreiben". Wenn man viele Doktorarbeiten im Vorfeld gelesen hat, kann man sich den Schreibstil schnell angewöhnen. Außerdem empfiehlt es sich, möglichst früh schon ein Kapitel an den Betreuer zu schicken, damit dieser schon mal Korrektur lesen kann. In der Regel schreibt man als erstes den Methodenteil und einen Teil der Einleitung, die man beide schon praktisch durch die Planung der Arbeit stehen hat. Dann kommt der Ergebnisteil und in der Regel folgt darauf die Diskussion der Ergebnisse. Den letzten Feinschliff bekommen Einleitung und Diskussion dann erst zum Schluss.

Die Publikation

Meistens erwartet der Doktorvater, dass man auch am Ende die Ergebnisse in einem möglichst hochrangigen Journal publiziert. Für die Betreuer und die Arbeitsgruppe ist das die größte "Belohnung" für die Mühe einen Doktoranden betreut zu haben. Allerdings sollte man den Aufwand und die Herausforderung, solch eine in der Regel englische Version der Doktorarbeit zu schreiben, nicht unterschätzen. Es lohnt sich also vorher gut abzuklären, wer hier für was verantwortlich ist, wer Erstautor ist, welches Journal in Frage kommt und ob es nicht sinnvoll ist, überhaupt eine kumulative Dissertation anzustreben.

Der Abschlussvortrag

Und dann ganz am Ende muss man seine jahrelange Arbeit, seine mehr als hundert geschriebene Seiten und seine mit Mühe errungenen Ausformulierungen einzelner Ergebnisse in einen maximal zwanzigminütigen Vortrag packen, der das wichtigste Fazit der Arbeit enthält...

Viel Erfolg!




Dr. Beate Stock-Schröer (Dipl.-Biol.)

Programmleitung Förderung, Lehre
und akademischer Nachwuchs

Telefon: 0201 56 305 10
E-Mail: Öffnet ein Fenster zum Versenden der E-Mailb.stock-schroeer@carstens-stiftung.de

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„Der Arzt und die Ärztin der Zukunft sollen zwei Sprachen sprechen, die der Schulmedizin und die der Naturheilkunde und Homöopathie. Im Einzelfall sollen sie entscheiden können, welche Methode die beste für den Patienten ist.“

(Veronica Carstens)