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          Wissenschaft und Forschung zu Naturheilkunde und Homöopathie

Karl und Veronica Carstens-Stiftung - Fördergemeinschaft: Natur und Medizin

   
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Die Geschichte der Veterinärhomöopathie
Von Dr. med. vet. Achim Schütte

Die Homöopathie hat in der Tierheilkunde eine fast ebenso lange Tradition wie in der Humanmedizin. Die erste Veröffentlichung zu diesem Thema stammt aus dem Jahr 1815. Von Samuel Hahnemann ist uns sein handgeschriebenes Redemanuskript über die "Homöopathische Heilkunde der Hausthiere" bekannt. Darin vertritt Hahnemann den Standpunkt, dass

" ...Thiere ... mit einem Worte durch die homöopathische Heilart wenigstens ebenso sicher und gewiß, als die Menschen zu heilen (sind)".

Hahnemann geht in seiner Rede auch auf die Durchführung von Arzneimittelprüfungen an gesunden Tieren ein. Eine große Rolle scheint die Tierheilkunde in Hahnemanns reichhaltigem Schrifttum allerdings nicht gespielt zu haben.

Gustav Wilhelm Groß (1794-1847), Arzt und Mitbegründer der "Allgemeinen Homöopathischen Zeitung", veröffentlicht im Jahre 1830 im "Archiv für die homöopathische Heilkunst" einen Aufsatz, in dem er feststellt, Tierheilungen auf homöopathischem Wege wären der beste Beweis, dass die Wirkung der Homöopathie nicht auf Suggestion beruhe.

Rückblickend zeigt sich, dass die Geschichte der Veterinärhomöopathie durch die Aktivitäten einzelner Autoren geprägt ist. Besonders hervorzuheben sind die Bemühen J. C. L. Genzkes, der mit der Durchführung von Arzneimittelprüfungen an gesunden Tieren den Versuch unternahm, den von Hahnemann geforderten Ansprüchen an die Anwendung der homöopathischen Heilmethode auch in der Veterinärhomöopathie gerecht zu werden. Ebenfalls herausragend ist das Bestreben von Hans Wolter.

Wolter war es, der die Gründung der "homöopathisch-biologischen Arbeitsgemeinschaft" und der daraus hervorgehenden "Arbeitsgemeinschaft für Homöopathie, Zytoplasmatische Therapie und Akupunktur (Biologische Medizin)" vorantrieb und homöopathisch interessierten Tierärzten somit die Möglichkeit des Erfahrungsaustausches und der Fortbildung bot.

Übertragung von Symptomen vom Mensch auf das Tier
In der Homöopathie erfolgt die Arzneimittelwahl durch die Anwendung der Ähnlichkeitsregel, die besagt, dass man einem Kranken jenes Mittel verabreichen soll, dessen AMB dem Krankheitszustand möglichst nahe kommt. In der tierärztlichen Praxis bedient man sich zur Auffindung eines geeigneten Arzneimittels mangels eigenständiger veterinärhomöopathischer Symptomsammlungen der AMB aus der Humanhomöopathie. Die Symptome des Tierpatienten werden mit den AMB aus der Humanhomöopathie verglichen. Dabei müssen die Arzneimittelsymptome des Menschen, insbesondere die subjektiv-psychischen Symptome, auf die Tiere bzw. ihr Verhalten übertragen und tierartspezifische Eigenheiten berücksichtigt werden.

Einzelne Autoren bezweifeln jedoch besonders im Hinblick auf die tierartspezifischen Unterschiede eine Übertragbarkeit der AMB vom Menschen auf das Tier und fordern vor der Anwendung homöopathischer Arzneimittel die Durchführung von AMP am Tier.

Bei einem erkrankten Tier werden die vorliegenden Krankheitssymptome registriert und mit den in Frage kommenden humanen AMB verglichen. Diejenigen Symptome, welche nach Anwendung des gewählten Mittels verschwinden, werden in das AMB aufgenommen. Die Symptomauflösung muss reproduzierbar sein, also unter möglichst ähnlichen Bedingungen immer wieder erreicht werden.

Ziel der Veterinärhomöopathie muss also sein, die menschlichen psychischen Symptome innerhalb des rein organischen Geschehens einzuordnen und nutzbar zu machen.

   
       
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