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22.07.2011
Yoga und Qigong bei Senioren
Kostengünstige und risikoarme Therapiestrategie für die Zukunft?
Projekt Dreiarmige, randomisierte, kontrollierte, multizentrische Studie im Rahmen der Stiftungsprofessur für Forschung in der Komplementärmedizin/Integrativen Medizin am Institut für Sozialmedizin, Epidemiologie und Gesundheitsökonomie der Charité. Ausgangspunkt Chronische Schmerzen der Lendenwirbelsäule gehören zu den häufigsten Beschwerden in Deutschland - auch und vor allem bei Senioren. In der Regel werden die Schmerzen medikamentös behandelt, häufig liegt eine Übermedikation vor. Diese geht nicht nur mit zahlreichen Wechselwirkungen für den Patienten einher, sie ist darüber hinaus auch kostenintensiv. Durch die demographische Entwicklung und die relative Zunahme älterer Menschen kommen in diesem Zusammenhang neue Herausforderungen auf das Gesundheitssystem zu. Benötigt werden kostengünstige, nicht-medikamentöse und dazu risikoarme Therapiestrategien. Die Techniken des Yoga und Qigong könnten solche Therapiestrategien sein. Bei jungen Menschen kamen wissenschaftliche Forschungsarbeiten bereits zu positiven Ergebnissen. Wirksamkeit, Nutzen und Sicherheit von Yoga und Qigong bei Senioren mit Lendenwirbelschmerzen sind jedoch noch nicht ausreichend untersucht worden. Forschungsschwerpunkte und Ziele Die Untersuchung wird im Rahmen der Stiftungsprofessur für Komplementärmedizin/Integrative Medizin der Berliner Charité durchgeführt. Um möglichst objektive und vergleichbare Ergebnisse zu erzielen, genügt die als dreiarmige, randomisierte, kontrollierte und multizentrisch angelegte Studie höchsten wissenschaftlichen Standards. Ziel ist die Beantwortung folgender Frage: Sind Yoga und Qigong einem Nichtüben überlegen? Vor diesem Hintergrund werden die Probanden in Gruppen aufgeteilt. Ein Teil erhält Vini-Yoga, ein Teil die Nei Yang Gong-Form von Qigong, der andere (Wartegruppe) erhält zunächst keine Therapie. Erst im Anschluss an die Studie erhält die Wartegruppe kostenfrei Yoga oder Qigong. Probanden in allen Gruppen füllen standardisierte Fragebögen aus - zu Therapiebeginn, nach 3, 6 und schließlich 12 Monaten. Anschließend wird der Functional Rating Index, der die Schmerzen misst, verglichen. Neben dieser primären Zielgröße werden auch Nebenfaktoren, wie Schmerzveränderung, Rückenfunktion, gesundheitsbezogene Lebensqualität, Befinden/Depressivität, und Sturzrisiko der Patienten evaluiert. Die Studie wurde 2010 gestartet und wird derzeit noch durchgeführt. Ergebnisse liegen daher noch nicht vor. |