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22.11.2013

Wachsende Nachfrage nach homöopathischen Arzneimitteln

Homöopathie ist für jede vierte Apotheke ein Thema
In einer vom Bundesverband der Arzneimittel-Hersteller (BAH) in Auftrag gegebenen und im August 2013 durchgeführten Erhebung wurden 200 Apothekerinnen und Apotheker zur Situation der homöopathische Arzneimittel in deutschen Offizin-Apotheken befragt. Ein hoher Anteil von 90 Prozent der befragten Studienteilnehmer gaben an, dass die Nachfrage nach homöopathischen Arzneimitteln in den letzten zehn Jahren bedeutend gestiegen sei. Ein Viertel der an der Befragung teilnehmenden Apotheken bezeichnet die Homöopathie als ihr Schwerpunktthema. Dort fragen 94 Prozent der Kunden dann mehrmals täglich nach den potenzierten Arzneien. Der Wert für alle Apotheken hinsichtlich regelmäßiger Anfrage homöopathischer Arzneimittel durch Kunden liegt im Schnitt immerhin bei 70 Prozent.

Eine hohe Nachfrage zieht laut der befragten Apotheker in den Schwerpunktapotheken eine intensive Beratungssituation nach sich – der Beratungsbedarf liegt bei Kunden im Kontext homöopathischer Arzneimittel sogar bei 96 Prozent. Die in der Umfrage ermittelten, für die Homöopathie positiven Ergebnisse beurteilt Dr. Barbara Steinhoff, Leiterin der Abteilung Pflanzliche und Homöopathische Arzneimittel im BAH, als Beweis für den hohen Stellenwert der Homöopathie in Deutschland, den man bisher nur erahnen konnte.
 
Auf die Frage, wie wichtig Ihnen die Studienlage zur Homöopathie sei, antworteten über Dreiviertel der Apotheker, dass sie sie eher als Erfahrungsmedizin sähen und Ihnen die eigene Erfahrung wichtiger sei als die Evidenz. Jeder fünfte sah beides als wichtig an. Der restliche Anteil bewertete Studien als wichtiger als die Erfahrung.
 
Der typische Kunde, der nach Homöopathika fragt, ist laut Umfrage weiblich, jung und hat bereits ein oder mehrere Kinder. Was diese Umfrage vermittelt ist, dass Patienten bei leichteren Beschwerden eher zur Selbstmedikation neigen und statt zum Arzt zu gehen, in der Apotheke ihr Heil zu suchen. Besonders bei der häufigsten Krankheit, der Erkältung, empfiehlt der Apotheker homöopathische Mittel (65 %). Allergien, Insektenstiche (sommerbedingt), Verletzungen, Kopfschmerz/Migräne, typische Kinderkrankheiten sowie nervöse Unruhe und Schmerzen belegen die nächsten Plätze auf der Liste der Indikationen, bei der der Apotheker zur homöopathischen Behandlung rät.
 
Vor dem Hintergrund der intensiven Beratungspraxis im Apothekeralltag hinsichtlich der Wissensgrundlage zur Homöopathie beklagten sich 81 % der Apotheker über eine nicht ausreichende Berücksichtigung der Homöopathie im Pharmazie-Studium. Aus diesem Grund ist das Interesse der ausgebildeten Pharmazeuten an Fortbildungsprogrammen mit 75 % sehr hoch. Dabei verfügten viele der in den Schwerpunktapotheken tätigen Pharmazeuten bereits über eine Fortbildungserfahrung von 84 % bzw. 98 %.

Einschätzung:
Was zunächst sehr erfreulich klingt, birgt aber doch einen Wermutstropfen. Genügt die homöopathische Ausbildung der Apotheker den Bedürfnissen der Kunden? Kann ein Apotheker überhaupt über das Wissen verfügen, das ein homöopathischer Arzt vorweisen kann. Und ist es überhaupt nötig bei leichteren Beschwerden?

Fakt ist, dass jeder, der eine Apotheke betritt und sich nach homöopathischer Behandlung seiner Erkältung erkundigt, eine fachkundige, zutreffende Empfehlung erhalten sollte. Wünschenswert wäre also eine Erweiterung der universitären Ausbildung der Pharmazeuten, die die Homöopathie stärker berücksichtigt.

Nach wie vor ersetzt der Apotheker aber nicht den Arzt bei schwereren bzw. chronischen Erkrankungen.
 
Literatur
  1. GfK-Studie im Auftrag des Bundesverband der Arzneimittel-Hersteller (BAH), Pressemitteilung vom 18.11.2013 (PDF, 1,4 MB) > Abstract
 
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Daniela Hacke, M.A.
Fachbereich Informationsbeschaffung und Wissensmanagement
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