21.02.2012
Spezialsprechstunde für Frauen mit Brustkrebs
Teil eines integrativen naturheilkundlichen Versorgungskonzeptes
Projekt
Brustkrebssprechstunde als Teil eines integrierten naturheilkundlichen Versorgungskonzeptes.

Ausgangspunkt
Eine Krebserkrankung wird meist als traumatische Krise erlebt, die mit Gefühlen der Panik, Hoffnungslosigkeit und Hilfslosigkeit einhergeht. Dazu leiden Betroffene an den Neben- und Nachwirkungen von Operationen und/oder einer Chemotherapie oder Strahlentherapie. Besonders die Fatigue, das Erschöpfungssyndrom, beeinträchtigt die Lebensqualität erheblich. Um einer Wiedererkrankung vorzubeugen, ist eine Lebensstilveränderung in vielen Fällen angezeigt.

Bei einer Frau mit Brustkrebs tauchen viele Fragen auf:
  • Welche Rolle wird in Zukunft die Ernährung für mich spielen?
  • Wie gehe ich mit Nebenwirkungen/Langzeitfolgen der Therapie um?
  • Wie wichtig sind Bewegung/Stressbewältigung?
  • Benötige ich eine Misteltherapie?
Ganzheitliche, psychoonkologische Therapiekonzepte, die diese Faktoren berücksichtigen sind jedoch rar.

Infrastruktur
Die Klinik für Naturheilkunde und Integrative Medizin der Kliniken Essen-Mitte verfügt über ein naturheilkundliches Therapiekonzept bei unterschiedlichen Erkrankungen. Für Frauen mit Brustkrebs ist eine erste Anlaufstelle jedoch die Universitätsfrauenklinik Essen. Dort wird die schulmedizinische Therapie angeboten. Für eine ganzheitliche Therapie ist eine Kombination aus beidem sinnvoll.

Kontakte zwischen beiden Kliniken bestanden durch gemeinsame Forschungsprojekte und Veranstaltungen bereits seit 2003. Durch die Förderung der Carstens-Stiftung konnte eine gemeinsame Sprechstunde eingerichtet werden.
Ab 2004 wurden Frauen mit Brustkrebs an der Essener Universitätsfrauenklinik auch in einer Spezialsprechstunde von Medizinern aus der Klinik für Naturheilkunde und Integrative Medizin naturheilkundlich betreut.

Dafür wurde eigens ein umfassender Fragebogen entwickelt, den die Patientinnen im Vorfeld ausfüllten und der den Medizinern als Beratungsgrundlage diente. Anschließend folgte ein 45-60minütiges Gespräch zur individuellen Situation der Patientin.

Darin berieten die Ärztin oder der Arzt im Wesentlichen zu folgenden Themen:
  • Auswirkungen von chronischen Stressbelastungen, z.B. durch die Erkrankung, auf das Immunsystem und die Psyche
  • Möglichkeiten der Bewältigung chronischer Stressbelastungen durch Entspannungstechniken und Bewegungstherapien (Walking, Yoga, Qi Gong u.a.) und Humor
  • Bewältigungsstrategien des durch die Erkrankung und deren Therapie hervorgerufenen Fatigue-Syndroms
  • mediterrane Vollwertkost und Nahrungsergänzungsmittel
  • Hydrotherapie
  • Phytotherapie einschließlich Misteltherapie
  • naturheilkundliche Selbsthilfestrategien und Anwendung von „Hausmitteln“ bezüglich der aktuellen Beschwerden
Ziele
  • Verbesserung der Lebensqualität
  • Verbesserung der Selbsthilfekompetenzen
  • Linderung der Symptome
  • psychosoziale Stabilisierung
  • bessere Orientierung im vielfältigen Angebot komplementärer Therapien bei onkologischen Erkrankungen
Um diese Ziele zu erreichen wurde ein umfassendes praxisorientiertes Therapiekonzept entwickelt. Neben der Brustkrebssprechstunde gehörte hierzu auch die Einrichtung einer onkologischen Tagesklinik an der Klinik für Naturheilkunde und Integrative Medizin.

Ergebnisse
Das Beratungsangebot wurde mit großer Nachfrage und sehr gutem Zuspruch angenommen: Bei einer durchschnittlichen Frequenz von 20-24 Patientinnen / Monat haben seit Einführung der Sprechstunde bis 2009 über 1000 Beratungen stattgefunden. Dabei stellten auch längere Anreisen (>35km) kein Hindernis für die Patientinnen dar. Auch die Krebsberatungsstelle Essen und andere Onkologieabteilungen verwiesen auf das Angebot.

In einer Studie konnte gezeigt werden, dass sich durch die Teilnahme an der Tagesklinik das Fatigue-Syndrom, Lebensqualitätsparameter und das generelle Wohlgefühl verbessern. Das Therapiekonzept wird regelmäßig unter Berücksichtigung neuer wissenschaftlicher Erkenntnisse überarbeitet.

Das Projekt ist mittlerweile in der integrativen Senologie der Kliniken Essen-Mitte aufgegangen.

Kontakt
Patientinnen, die sich über das integrative Konzept informieren möchten, können sich direkt an die Klinik für Senologie der Kliniken Essen-Mitte wenden.

Klinik für Senologie / Brustzentrum
Kliniken Essen Mitte
Henricistraße 92
45136 Essen

Sekretariat
Frau Grube
Telefon: +49 (0) 201 174-33001
Telefax: +49 (0) 201 174-33000
E-Mail: brustzentrum@kliniken-essen-mitte.de
 
 
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Erfahrungsberichte von Patienten und Ärzten, die den Blick auf ein erfülltes Leben auch mit einer Krebserkrankung öffnen möchten. Im Mittelpunkt der Ausführungen steht die Bewältigung von Angst und Hoffnungslosigkeit. [mehr]
 
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