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Wer rastet, der rostet!

Vor allem die Herzgesundheit profitiert von alltäglicher Bewegung
Inaktivität, überwiegend sitzende Tätigkeiten und Bequemlichkeit im Alltag können längerfristig dem Herz schaden, so stellten Wissenschaftler im Rahmen einer Querschnittstudie kürzlich fest. Über zwölfeinhalb Jahre beobachteten die schwedischen Wissenschaftler eine Kohorte von 4232 Teilnehmern im Alter von sechzig Jahren (2039 Männer, 2193 Frauen). Einmal im Jahr füllten die Teilnehmer einen Fragebogen aus und gaben Auskunft darüber, wie oft sie die 24 vorgegebenen, für diese Altersklasse typischen Aktivitäten ausübten. Vor allem fünf dieser Tätigkeiten wurden besonders häufig ausgeübt: Reparaturen im Haus, Rasenmähen bzw. Heckeschneiden, Autopflege, moderate sportliche Freizeitaktivitäten wie Radfahren, Skifahren, Eislaufen, Jagen oder Angeln und Pilze- oder Beerensammeln.
Um ein Gesamtbild der Probanden zu erhalten und mögliche verzerrende Effekte auszuschließen, wurden auch lebensstilrelevante Faktoren wie z.B. die Ernährungsweise, Alkohol- und Tabakkonsum, finanzieller Status etc. erhoben.

Für die finale Analyse standen nach Ausschluss mehrerer Probanden noch 1816 männliche und 2023 weibliche Teilnehmer zur Verfügung. Dabei zeigten die aktiveren Probanden einen deutlich niedrigeren Hüftumfang und niedrigere Cholesterinwerte. Insgesamt 476 Teilnehmer erlitten einen kardiovaskulären Vorfall, 383 davon mit tödlichem Ausgang. Wer im Alltag häufig aktiv war, ob nun sportlich oder auf der Ebene leichter Freizeitaktivitäten, konnte das Herzinfarkt- oder Schlaganfallrisiko im Vergleich mit den inaktiven Probanden um fast 30 Prozent senken. 

Einschätzung:
Die essenzielle Aussage dieser Studie besteht in der Erkenntnis, dass regelmäßige, also möglichst häufige, über den Tag verteilte moderate körperliche Aktivitäten gut für die Herzgesundheit älterer Menschen sind.

Diesen Effekt erklären sich die Wissenschaftler durch den höheren Energieverbrauch des Organismus und der erhöhten Stoffwechselaktivität durch moderate, regelmäßige Bewegung. Zudem werde die skelettäre Muskulatur beansprucht und der Hormonaushalt durch Produktion solcher Hormone angekurbelt, die Körperorgane und Gewebe fit halten.

Die lange Beobachtungszeit, die hohe Teilnehmerzahl und der sorgfältig ausgearbeitete Fragebogen bürgen für eine hohe Zuverlässigkeit der Ergebnisse. Gleichwohl geben die Wissenschaftler zu bedenken, dass der für diese Studie verwendete Index zur Erhebung nicht-sportlicher körperlicher Bewegung im Alltag möglicherweise nicht auf andere Bevölkerungsgruppen übertragbar sei. Zudem liegen nur selbstberichtete Angaben der Teilnehmer vor, die keine Aussagen über die Intensität oder Länge der jeweiligen Aktivitäten zulassen.

Unter dem Strich liefert die schwedische Studie jedoch erfreuliche Nachrichten für Menschen im Alter von 60 plus: Man muss keinen schweißtreibenden Sport ausüben, um etwas Gutes für sein Herz zu tun – nur regelmäßig aktiv bleiben!

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Literatur
  1. Ekblom-Bak E, Ekblom B, Vikström M, De Faire U, Hellénius M-L. The importance of non-exercise physical activity for cardiovascular health and longevity. Br J Sports Med 2013; Epub ahead of print, Oct. 28 2013, doi:10.1136/bjsports-2012-092038 > Abstract
Mehr zum Thema: Herz-Kreislauf & Bewegung > Wandern ist gesund > Früh übt sich, wer gesund bleiben will
 
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Daniela Hacke, M.A.
Fachbereich Informationsbeschaffung und Wissensmanagement
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