Die Qualität medizinischer Forschung wird heutzutage nicht mehr ausschließlich an der inhaltlichen Originalität und den verwendeten Messmethoden definiert, sondern auch anhand formaler Kriterien zum verwendeten Studiendesign und der statistischen Auswertung der gewonnenen Daten.
Alle von der Carstens-Stiftung geförderten Projekte werden daher von einem erfahrenen Biometriker begleitet, der die Wissenschaftler bei der Planung, Durchführung, Auswertung und Veröffentlichung der Vorhaben biometrisch und methodisch unterstüzt. Ziel dieser Unterstützung ist es, methodisch hochwertige Forschungsergebnisse zu generieren, die den Besonderheiten der Komplementärmedizin Rechnung tragen.
Hierzu ist es auch notwendig, eigene methodische Forschungen anzustellen, zum Beispiel zum Phänomen der "regression-to-the-mean", zu den Auswirkungen der Patientenpräferenz in vergleichenden Therapiestudien oder zu den Stellgrößen des Placeboeffekts.
Gleichzeitig wird die erworbene Kompetenz genutzt, um wissenschaftliche Forschungsergebnisse anderer hinischtlich ihrer Validität zu beurteilen, ihre Aussagekraft zu beurteilen, in das bestehende Wissen einzuordnen und der Allgemeinheit zugänglich zu machen.
Literatur
Lüdtke R: Wie liest man eine klinische Studie? (Teil 1). Dtsch Heilprakt Ztschr 2010;5(4):68-70. > Abstract
Lüdtke R: Wie liest man eine klinische Studie? (Teil 2). Dtsch Heilprakt Ztschr 2010;5(5):58-61. > Abstract
Lüdtke R, Rutten AL: The conclusions on the effectiveness of homeopathy highly depend on the set of analyzed trials. J Clin Epidemiol 2008;61:1197-1204. > Abstract
Lüdtke R: Is it the homeopathic case-taking that helps, or the homeopathic medicine? HRI Newsletter 2011;12:1-2. > Abstract
Lüdtke R, Willich S, Ostermann T: Therapeutic effects and regression to the mean - a simple extension of Mee and Chua´s algorithm; in Lanius V (ed): Statistische Methoden in der empirischen Forschung. Berlin, 2009, pp 467-478.