Qigong als unterstützende Maßnahme bei COPD

Um die Symptomatik ihrer Erkrankung dauerhaft zu verbessern, wird Patienten mit chronisch obstruktiver Lungenerkrankung (COPD) zu Maßnahmen im Rahmen eines pneumonologischen Rehabilitationsprogramms geraten, das gewöhnlich aus körperlichem Training (Ausdauer- und Krafttraining) besteht und als Hilfe zur Selbsthilfe für eine dauerhafte Weiterführung zu Hause gedacht ist.  Mit Hilfe des regelmäßig durchgeführten Trainings lassen sich Erfolge in der Verbesserung COPD-typischer Symptome wie Auswurf, Husten und Atemnot – auch unter dem Kürzel „AHA“ bekannt – feststellen. Allerdings lässt im Schnitt nach sechs Monaten die Bereitschaft der regelmäßigen Durchführung des Programms besonders bei älteren Patienten nach, was die Wissenschaftler der vorliegenden chinesischen Studie dazu bewogen hat zu untersuchen, ob die Nachhaltigkeit des Rehabilitationsprogramms durch die zusätzliche Durchführung von Qigong-Übungen verstärkt werden kann. Dazu wurden 80 COPD-Patienten nach dem Zufallsprinzip in zwei Gruppen aufgeteilt. Die der Therapie-Gruppe zugewiesenen 40 Patienten  erhielten zunächst vier initiale 45-minütige Trainingseinheiten in Qigong (in Begleitung des üblichen pneumonologischen Rehabilitationsprogramms) sowie audiovisuelles Trainingsmaterial zur selbstständigen Ausübung der Qigong-Bewegungen zu Hause.Währenddessenerhielten die 40 Patienten der Kontrollgruppe neben dem Rehabilitationsprogramm zusätzliche Trainingseinheiten zur Verbesserung der Atemtechnik sowie Walking-Einheiten.

Die Patienten beider Gruppen sollten über den Studienzeitraum von sechs Monaten wenigstens einmal pro Tag und vier Mal pro Woche die zusätzlichen Übungen durchführen. Gemessen wurde, inwiefern sich die Organfunktionalität, allen voran der Lunge, in den beiden Gruppen verbessert. Allerdings war bei der Qigong-Gruppe am Ende insgesamt nur eine leichte Überlegenheit gegenüber der Kontrollgruppe festzustellen. Möglicherweise spielt das hohe Alter von über 70 Jahren hier eine Rolle, das eine höhere Wahrscheinlichkeit von weiteren chronischen Erkrankungen erwarten lässt, die regelmäßiges Training oftmals nicht ermöglichen. Neue Übungsabläufe zu erlernen fällt Menschen in diesem Alter auch oftmals schwerer als jüngeren Patienten. Zum anderen lassen sich die Erkenntnisse nicht auf Patienten aus westlichen Ländern übertragen, da Qigong dort nicht zum Alltag gehört wie in China.

Fazit der Wissenschaftler ist jedoch, dass Qigong wegen der begleitenden Atemtechnik und des sanften Bewegungsablaufs ohne zu hohe Intensität eine geeignete, unterstützende Methode für zu Hause sein kann – vorausgesetzt, sie wird regelmäßig durchgeführt.

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Literatur
  1. Ng BHP, Functional and psychosocial effects of health qigong in patients with COPD. A randomized controlled trial. J Altern Complement Med 2011; 17(3): 243-251 > Abstract
Mehr zum Thema: Atemwege & Traditionelle Chinesische Medizin > Tai Chi verschafft Luft
 
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Daniela Hacke, M.A.
Fachbereich Informationsbeschaffung und Wissensmanagement
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