Pflanzencocktail gegen Hautpilz?

Studie liefert interessantes Ergebnis

Pityriasis versicolor ist eine häufig vorkommende Infektion der Haut, verursacht durch den Pilz Malassezia furfur. Typischerweise tritt sie bei Heranwachsenden auf, wird aber in allen Altersklassen beobachtet. Diese Hautkrankheit wird in der Unani-Medizin (auch: „klassische arabische Medizin“) auf empirischer Basis mit Pflanzenextrakten behandelt. Eine aktuelle, randomisierte, einfach verblindete Studie hat jetzt die Wirksamkeit einer solchen Unani-Präparation zur oberflächlichen Behandlung der Pityriasis versicolor systematisch untersucht (1).

46 Patienten mit Pityriasis versicolor wurden in die Studie eingeschlossen und zufällig auf die Versuchsgruppe und die Kontrollgruppe verteilt. Die Unani-Präparation enthielt Bestandteile aus sechs Pflanzen. Die Kontrollgruppe erhielt eine Behandlung mit Natriumthiosulfat-Lösung. Beide Behandlungen waren vergleichbar erfolgreich. Nach 30 Tagen waren die Symptome Schuppenbildung, Juckreiz und Pigmentierungsstörungen vollständig oder nahezu vollständig abgeheilt. Hautproben zeigten, dass der Pilz bei allen Patienten vollständig verschwunden war. Unerwünschte Nebenwirkungen durch die Unani-Behandlung wurden nicht beobachtet.


Einschätzung
Es handelt sich um eine kleine Studie mit nur einfacher Verblindung. Die Aussagekraft ist also begrenzt, und so fordern die Autoren selbst zu doppelt verblindeten, größeren Studien auf. Vor allem muss der Beobachtungszeitraum vergrößert werden, da anfällige Menschen häufig unter Rückfällen leiden. Trotz all dieser Einschränkungen ist die Wirksamkeit der Unani-Präparation interessant, da sie genauso gut abschneidet wie Natriumthiosulfat, das immerhin auf der Liste der unentbehrlichen Arzneimittel der WHO zur Behandlung von Pityriasis versicolor steht.

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Literatur
  1. Lone AH, Ahmad T, Anwar M, Sofi G. Clinical efficacy and safety of a pharmacopial polyherbal Unani formulation in pityriasis versicolor: a comparative randomized single-blind study. J Altern Complement Med. 2012 Oct;18(10):978-82. > Abstract
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Dr. Jürgen Clausen
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