Olivenöl gegen Depressionen

Ernährung
Eigentlich ist es fast schon keine Meldung mehr wert: Die Erkenntnis, dass tierische und gehärtete Fette ungesund, pure pflanzliche Fette aber gesund sind, ist ein Allgemeinplatz, der mittlerweile wöchentlich in jeder Frauenzeitschrift zu lesen ist.

Spanische Forscher haben diese Erkenntnis nun aber um ein Detail bereichert: Es geht nicht nur – wie wir ja schon lange wissen – um die Vermeidung von Herz-Kreislauf-Krankheiten, sondern auch um die psychische Gesundheit. Genauer gesagt um Depressionen.
 
Die Forscher beobachteten über drei bis zehn Jahre hinweg mehr als 12.000 Frauen und Männer, zeichneten ihr Ernährungsverhalten auf und notierten, ob Depressionen oder andere psychische Erkrankungen auftraten. Tatsächlich wiesen die Patienten, die am meisten Olivenöl verwendeten ein um zwanzig Prozent verringertes Risiko auf, eine Depression zu entwickeln. Dagegen hatten die Personen, die besonders viel Butter aßen, ein um dreißig Prozent erhöhtes Depressionsrisiko.

Noch klarer werden die Ergebnisse, wenn man nicht den Vergleich zwischen Butter und Olivenöl anstellt, sondern sich stattdessen die verzehrten Fetttypen ansieht. Das Risiko, eine Depression zu entwickeln, wuchs kontinuierlich mit der Menge der verspeisten Trans-Fettsäuren – also der Menge gehärteter Fette wie sie z.B. in Pommes Frites vorkommen. Die Personen, die die meisten Trans-Fettsäuren zu sich nahmen, hatten ein um vierzig Prozent erhöhtes Depressionsrisiko. Für mehrfach ungesättigte Fettsäuren galt dagegen das Gegenteil: Je mehr davon verbraucht wurde, desto stärker sank das Erkrankungsrisiko. Ähnliches galt auch für einfach ungesättigte Fettsäuren.

Einschätzung
Möglicherweise ist der von den spanischen Forschern aufgedeckte Zusammenhang sogar noch größer als jetzt vermutet. Bei den Berechnungen ging nämlich nur das Ernährungsverhalten zu Studienbeginn ein, nicht aber etwaige Ernährungsumstellungen. Das dürfte die tatsächlichen Zusammenhänge zwischen Ernährung und Depressionen etwas verwischt haben.

Nicht vergessen sollte man allerdings, dass Depressionen viele Ursachen haben. Ernährungsfragen spielen vermutlich nicht die größte Rolle.

Zurück zur Nachrichtenübersicht
 
Literatur
  1. Sánchez-Villegas A, Dietary Fat Intake and the Risk of Depression: The SUN Project. PLoS One,2011,e16268 > Abstract
Mehr zum Thema: Psyche & Phytotherapie/Pflanzenheilkunde > Rosenwurz kann helfen - physisch und psychisch > Cannabis führt früher zu Psychosen > Lavendel vertreibt Angst > Kein besserer Schlaf durch Passionsblumen-Tee? > Verhilft Baldrian auch in Mittelamerika zum besseren Schlaf? > Pflanzen helfen bei Angst > Wirklich stressresistent durch Walnüsse? > Wässrige Safran-Extrakte bauen Stress ab – alkoholische nicht > Raus aus der Zwangsstörung mit Baldrian? > Angstlösende Hülsenfrüchte? > Entspannter mit Rosenwurz > Doppelt beruhigt mit Johanniskraut und Passionsblume? > Weniger Sorgen auf sanfte Weise > Pflanzlich gegen die Angst? > Natürliche Hilfe für hyperaktive Kinder? > Kava-Kava bald doch wieder auf dem Markt? > Lavendel ist gut für die Psyche > Aromaöle fördern erholsamen Schlaf > Pflanzen in der Alzheimertherapie
 
Diese Seite
per Email versenden
drucken
share on facebook
 
Rainer Lüdtke
Dipl.-Stat. Rainer Lüdtke
Referat für Biometrie und Wissenschaftstransfer
Telefon
Email
Momente anstehender Veränderungen, Ängste, Sorgen, traumatische Erlebnisse und Überlastung – der Ratgeber zeigt, wie sich solche Phasen mit Hilfe der Homöopathie besser bewältigen lassen. [mehr]
 
© 2011-2014 Karl und Veronica Carstens-Stiftung | Im Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft | Am Deimelsberg 36 | 45276 Essen | Telefon: +49 0201 563050 | Telefax: +49 0201 56305 30