07.11.2011
Achtsamkeitsmeditation für Pflegende
Modellprojekt der Carstens-Stiftung
Die Carstens-Stiftung hat Herrn Eckard Krüger beauftragt, ein Achtsamkeitsschulungsprogramm für Pflegekräfte und pflegende Angehörige von Demenzerkrankten zu entwickeln und zu erproben. Dieses Programm wird Modellcharakter haben. Es soll für den Gebrauch in Altenheimen, Seniorenheimen, Pflegestationen und weiteren einschlägigen Einrichtungen geeignet sein.

Ausgangspunkt
Demenzerkrankungen stellen eine enorme Herausforderung für die Behandlung dar. Medikamentöse Ansätze können in Einzelfällen das Fortschreiten der Erkrankung verlangsamen, gestoppt oder umgekeht werden kann der Prozess derzeit nicht. Einen viel bedeutenderen Einfluss auf den Verlauf einer Demenz hat nachweislich das soziale Umfeld.

Die Stabilität und Qualität der sozialen Kontakte – in erster Linie mit den Pflegekräften und pflegenden Angehörigen – wirken sich stabilisierend auf den erkrankten Menschen und den Krankheitsprozess aus.

Zielsetzung
Dies wirft die Frage auf, wie Pflegekräfte und pflegende Angehörige von Demenzkranken zu schulen sind, damit
  • die sozialen Kontakte auf einem hohen qualitativen Niveau stattfinden.
Eine qualitativ bedeutsame Beziehung benötigt ein hohes Maß an Mitgefühl und Einfühlungsvermögen. Im Umgang mit Demenzkranken ist dies besonders wichtig, um ihnen diejenige Orientierung zu geben, die vonn innen heraus alleine nicht mehr möglich ist.

Allein diese knappe Beschreibung macht deutlich, wie anspruchsvoll diese Aufgabe ist. Zu ihrer Erfüllung sind Pflegende auf ein hohes Maß an Selbst-Fürsorge angewiesen. Eine entsprechende Schulung muss daher ebenfalls
  • die betreuenden Menschen in die Lage versetzen, auch für sich selbst sorgen zu können.

Projekt
Kommunikation und Selbst-Fürsorge sind in strukturierten Schulungen sehr gut vermittelbar – dies zeigen mehrere Studien, die den Wert solcher Schulungen von Mitarbeitenden in Einrichtungen für psychisch Kranke untersuchten.

Letztlich sind es natürlich insbesondere die von der Demenz direkt betroffenen Menschen, die vom Erreichen dieser Ziele profitieren. Auch dies konnte in Studien bereits nachgewiesen werden (z.B. im Bereich der Psychiatrie, Psychotherapie, Seniorenheime).

Die Schulungen beinhalten einerseits Methoden der Stressbewältigung durch Achtsamkeitsmeditation sowie andererseits Übungen der achtsamen Kommunikation und Beziehungsgestaltung.

Damit erhalten Pflegende ein alltagstaugliches Werkzeug, das ihnen hilft, die eigene körperliche und geistige Verfassung sorgfältig wahrzunehmen und angemessen darauf zu reagieren, um Erschöpfungszuständen vorzubeugen.
Gleichzeitig werden die Kompetenzen für einen einfühlsamen Umgang geschult, was die Qualität der Beziehung zu Demenzkranken verbessert.

Dies wirkt sich günstig auf die Krankheitsentwicklung und die Lebensqualität aller Beteiligten aus.
 
 
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