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22.07.2011
Mit Winterbekleidung in die Sauna
Lindert das Inhalieren heißer Luft Erkältungssymptome?
Projekt
Randomisierte, einfachblinde, kontrollierte Studie im Rahmen der Stiftungsprofessur für Forschung in der Komplementärmedizin/Integrativen Medizin am Institut für Sozialmedizin, Epidemiologie und Gesundheitsökonomie der Charité. Ausgangspunkt Wer kennt sie nicht? Die einfache Erkältung ist eine weltweit häufig auftretende Erkrankung. Und auch wenn ihre Symptome meist weniger gefährlich, als eher unangenehm sind, so ist der Schaden, den sie in der Wirtschaft anrichtet, durchaus nicht gering, denn: Durch Krankmeldungen und verlorene Arbeitstage entstehen Unternehmen ernstzunehmende Verluste. Eine Behandlung ohne Nebenwirkungen ist bis heute jedoch nicht bekannt. Als traditionelles Hausmittel hat sich die Behandlung mit Wärme etabliert: Wer erkältet ist, der greift zum Tee oder zur heißen Hühnersuppe - vor allem aber wird auf das Dampfbad geschworen. Die Essener Event-Location "Unperfekthaus" bietet sogar eine mit 90°C temperierte "Angezogen-Sauna" an, die Menschen mit einer Erkältung in Straßenkleidung nutzen können. Doch was ist wirklich dran? Forschungsschwerpunkte und Ziele Das Ziel der Studie war die Überprüfung der Hypothese, dass das Inhalieren von heißer Luft die Symptome einer Erkältung reduziert. Dazu sollte ein Vergleich zwischen der Wirkung von inhalierter heißer Luft und von Luft mit Zimmertemperatur erfolgen. Studiendesign Von November 2007 - März 2008 und September 2008 - April 2009 wurden insgesamt 157 Probanden im durchschnittlichen Alter von 32 Jahren ausgewählt, bei denen sich eine beginnende Erkältung abzeichnete. Das heißt, sie mussten seit weniger als 24 Stunden mindestens zwei von zehn Symptomen aufweisen: Husten, Kopfschmerz, Heiserkeit, Muskelschmerz, laufende Nase, verstopfte Nase, kratzender Hals, Halsschmerz, Nießen, Fieber. Alle Probanden saßen an drei aufeinanderfolgenden Tagen für jeweils 3 Minuten in einer Sauna mit 90°C Temperatur - in vollständiger Winterbekleidung. Über eine Maske atmeten sie dabei Luft ein, wobei zwei Gruppen gebildet wurden. Eine Gruppe (80 Teilnehmer) inhalierte die heiße Sauna-Luft, die andere (77 Teilnehmer) Luft von außerhalb der Sauna mit Zimmertemperatur. Anschließend mussten die Teilnehmer auf einer Skala die Ausgeprägtheit der Symptome bewerten. Keiner der Probanden wusste, zu welcher Gruppe er gehörte. Ergebnis Zwar verspürten die Probanden eine Verbesserung ihres Befindens - diejenigen, die die heiße Saunaluft inhaliert hatten, zeigten jedoch keine signifikante Verbesserung ihrer Symptome gegenüber den Probanden, welche Luft in Zimmertemperatur unhaliert hatten. So mag zwar das warme Gefühl in einer Sauna Einfluss auf die Erkältungssymptome haben - das Inhalieren heißer Luft aber jedenfalls nicht. Die Studie nahm an der "Christmas Competition" des Medicinal Journal of Australia teil, die traditionell als Wettbewerb der ausgefallensten wissenschaftlichen Untersuchungen gilt. |