12.08.2014

Homöopathie bei gesetzlich Versicherten hoch im Kurs

Homöopathisch arbeitende Ärzte erhalten Bestnoten von ihren Patienten
Auch wenn der Streit um die Wirksamkeit der Homöopathie bei den Wissenschaftlern weitergeht, haben sich viele Patienten bei der Wahl ihrer Krankenversicherung und Versorgung für die Homöopathie entschieden. Neben anderen Krankenkassen, die ihren Versicherten unter bestimmten Voraussetzungen eine homöopathische Therapie erstatten, bietet die Barmer Ersatzkasse ihren ca. sieben Millionen Mitgliedern drei verschiedene Vertragsmodelle. In dem nun vorliegenden "Gesundheitsmonitor" finden sich die Ergebnisse einer Befragung unter Versicherten dieser drei Modelle zu ihrer Inanspruchnahme von homöopathischen Leistungen und ihrer Zufriedenheit mit Therapie und Ärzten.

Die erste Gruppe der befragten Versicherten hat die Homöopathie als Grundversorgung im Rahmen eines homöopathischen Hausarztvertrages, die zweite Gruppe kann bei Bedarf eine homöopathische Behandlung im Rahmen der GKV abrechnen. Versicherte, die keinerlei homöopathische Behandlung im Rahmen ihrer Versicherung in Anspruch nehmen, wurden der Gruppe drei zugeteilt. Insgesamt konnten so 6.930 Versicherte, aufgeteilt nach den drei oben genannten Gruppen, angeschrieben werden.

Auch wenn Versicherte noch keinerlei Erfahrung mit Homöopathie gemacht haben (Gruppe 3), ist mehr als die Hälfte der Befragten (60%) von der Wirkung der Homöopathie überzeugt. Bei denen, die die sich aktiv für die Option der homöopathischen Behandlung entschieden hatten, waren sogar 87% bzw. 85% der Befragten vom Erfolg der homöopathischen Therapie überzeugt. Dabei ist nach Meinung der Befragten, die sich aktiv für die Homöopathie entschieden haben (Gruppe 1 und 2), die Erstanamnese neben den homöopathischen Einzelmitteln das Wichtigste für den Therapieerfolg; mehr noch als die weitere Begleitung durch einen Homöopathen oder möglicher Empfehlungen zum Thema Lebensstil.

Als Hauptargument für die Inanspruchnahme einer homöopathischen Behandlung gibt jeder Zweite an, dass er an anderer Adresse keine Besserung der Beschwerden erzielen konnte (49%) und sich einen Arzt mit mehr Zeit wünsche (48%). Und mehr als 80% der Befragten geben an, dass sich ihr Allgemeinbefinden, die seelische Verfassung sowie die körperlichen Beschwerden etwas oder sogar deutlich unter homöopathischer Therapie verbessert haben.

Neben der Zufriedenheit mit der homöopathischen Behandlung an sich, schneiden vor allem die behandelnden Ärzte in allen Punkten zum Thema Patientenzufriedenheit mit Bestnoten ab. Mit den homöopathisch arbeitenden Ärzten sind weit über 80% der Befragten vollkommen zufrieden, mit den nicht homöopathisch arbeitenden Haus- bzw. Fachärzten sind es dagegen viel weniger als 70%.

Fazit: Die Hauptmotivation der Befragten sich für eine homöopathische Behandlung zu entscheiden, scheint in der Unzufriedenheit mit der konventionellen Therapie begründet zu liegen. Wichtig für die positive Einschätzung der Homöopathie ist für die Patienten neben der eigentlichen homöopathischen Therapie vor allem das ausführliche Gespräch und der respektvolle Umgang und Anteilnahme des Arztes im Rahmen der Anamnese.

Es bleibt zu hoffen, dass dieses Ergebnis nun andere Krankenkassen motiviert dem Beispiel zu folgen und ihren Versicherten auch eine umfassende homöopathische Therapie im Rahmen der Grundversorgung zu erstatten.
 
Literatur
  1. Gesundheitsmonitor Newsletter: Homöopathie in der gesetzlichen Krankenversicherung: Modelle, Erfahrungen und Bewertungen > Abstract
 
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Beate Stock-Schröer
Dr. rer. medic. Beate Stock-Schröer
Fachbereich Aus- und Weiterbildung
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