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Hilfe aus dem Bienenstock für Frauen mit Brustkrebs

Honig und Bienenpollen lindern Hitzewellen, Schlaflosigkeit und Depression
Frauen mit Brustkrebs leiden während einer Krebstherapie oft verstärkt unter typischen Wechseljahresbeschwerden wie Hitzeschüben, Nachtschweiß, Haarausfall, Depression, Vergesslichkeit und Schmerzen beim Geschlechtsverkehr. Antihormonelle Therapien unter Verwendung von Tamoxifen oder Aromatasehemmern in Begleitung der Krebstherapie verschlimmern diese Beschwerden noch und stellen für die betroffenen Frauen eine zusätzliche Belastung dar. Eine Linderung mit Hilfe konventioneller Mittel wird oft durch Nebenwirkungen geschmälert, weswegen Forscher erkannt haben, dass hier eine Behandlung mit Akupunktur, pflanzlichen Mitteln, Sojaprodukten und Vitaminen durchaus sinnvoll sein kann. Eine Studie ging nun der möglichen Hilfe durch Honig und Bienenpollen für Brustkrebspatientinnen auf den Grund.
 
In der Studie erhielten 46 Frauen mit Brustkrebs über einen Zeitraum von zwei Wochen nach einer zufälligen Zuteilung entweder eine Mischung aus Honig und Pollen oder aber puren Honig. Ursprünglich hatten die Wissenschaftler die alleinige Behandlung mit Honig als Placebo-Kontrolle vorgesehen. Das Ergebnis fiel jedoch für die Forscher erstaunlich aus. In beiden Gruppen berichteten über zwei Drittel der Patientinnen über eine Linderung ihrer Symptome – es war kein Unterschied zwischen beiden Behandlungen festzustellen. Die ersten Anzeichen einer Verbesserung der Beschwerden traten in beiden Gruppen bereits drei bis vier Tage nach Behandlungsbeginn ein. Honig zeigte sich insbesondere bei Symptomen erfolgreich, die mit einer Therapie mit Aromatasehemmern in Verbindung gebracht werden, während Frauen, die Tamoxifen erhalten hatten, besonders von der Wirkung der Bienenpollen profitierten. Einen Placebo-Effekt schließen die Wissenschaftler aus.

Einschätzung:
Eine Mischung aus Honig und Pollen kann die Beschwerden von Frauen mit Brustkrebs unter antihormoneller Behandlung und damit die Lebensqualität wesentlich verbessern, so das Ergebnis der Studie. Vorsicht ist jedoch mit unbedachtem Einsatz während einer Krebstherapie geboten, da Honig, vor allem in Kombination mit Bienenpollen, die Östrogenproduktion erhöhen könnte, was einer antihormonellen Therapie zuwider laufen würde.

Die Honig-/Pollentherapie könnte durchaus auch für Frauen in den Wechseljahren ohne Brustkrebserkrankung von Nutzen sein. Dies zu überprüfen, wäre eine Aufgabe zukünftiger Studien.

Honig und Bienenpollen (primäre Quelle: Sonnenblumen) wurden über einen deutschen Händler bezogen und einer Analyse unterzogen. Empfehlenswert ist eine Kombination beider Komponenten aus folgenden Gründen: Die Wirkung der Pollen wird durch den Honig verstärkt, der gewöhnungsbedürftige Geschmack der Pollen dagegen gemildert. Brustkrebspatientinnen sollten während einer antihormonellen Behandlung ihren behandelnden Arzt einbeziehen, bevor sie die Honig-/Pollentherapie beginnen.

 
Literatur
  1. Münstedt K, Voss B, Kullmer U, Schneider U, Hübner J. Bee pollen and honey for the alleviation of hot flushes and other menopausal symptoms in breast cancer patients. Mol Clin Oncol 2015; 3: 869-874 > Abstract
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Daniela Hacke, M.A.
Fachbereich Informationsbeschaffung und Wissensmanagement
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