Ein Schlückchen Whisky gegen Gicht?

Studie mit überraschendem Ergebnis

Laut einer Studie aus dem Jahre 2002 kann moderater Whisky-Konsum den Harnsäurespiegel im Blut senken und die Harnsäureausscheidung über den Urin fördern (1). Der Mechanismus hierfür ist bisher unklar. Da beim Menschen normalerweise ein Großteil der Harnsäure über die Niere wieder ins Blut zurückgeführt wird, wurde jetzt in einer neuen Studie untersucht, ob dieser Harnsäurerücktransport durch Bestandteile im Whisky gehemmt wird (2).

In einer Laborstudie wurden zwei Proteine, die den Transport von Harnsäure in der menschlichen Niere durchführen, in Tierzellen eingebaut und anschließend mit Inhaltsstoffen aus 12 und 18 Jahre altem Whiskey behandelt. Während das erste Transportprotein nahezu unbeeinflusst blieb (20% Hemmung), wurde das zweite Protein bei gleicher Menge fast zu 100% gehemmt. Interessanterweise schien die Hemmung durch Inhaltsstoffe aus dem älteren ("länger gereiften") Whisky geringfügig stärker zu sein.


Einschätzung:
Übermäßiger Alkoholkonsum wird normalerweise mit einem erhöhten Risiko für zu hohe Harnsäurekonzentrationen im Blut ("Hyperurikämie") in Verbindung gebracht, was zu Gicht führen kann. Insofern wäre es eine wichtige Entdeckung, wenn Whisky den Harnsäurerücktransport ins Blut selektiv hemmen kann.

Leider sind die Ergebnisse auf Grund der (auch für einen Kurzbericht) lückenhaften Versuchsbeschreibung schlecht zu bewerten. Es bleibt zu hoffen, dass eine Vollveröffentlichung folgen wird.

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Literatur
  1. Nishioka K, Sumida T, Iwatani M, Kusumoto A, Ishikura Y, Hatanaka H, Yomo H, Kohda H, Ashikari T, Shibano Y, Suwa Y. Influence of moderate drinking on purine and carbohydrate metabolism. Alcohol Clin Exp Res. 2002 Aug;26(8 Suppl):20S-25S. > Abstract
  2. Lu Y1, Nakanishi T, Fukazawa M, Tamai I. How Does Whisky Lower Serum Urate Level? Phytother Res. 2013 Sep 10. doi: 10.1002/ptr.5063. > Abstract
 
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Dr. Jürgen Clausen
Fachbereich Wissenschaftliche Recherche und Forschung
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