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12.12.2011

Der Mann der Zahlen verlässt die Carstens-Stiftung

Rainer Lüdtke wechselt zum Stifterverband
Lindert die Katzenkralle Nebenwirkungen einer Chemotherapie? Verhindert Honig Augenentzündungen und welche pflanzlichen Produkte können den Cholesterin-Spiegel senken? Rainer Lüdtke hat die Antworten! Dabei versteht es der studierte Diplomstatistiker, nüchterne wissenschaftliche Nachrichten so aufzubereiten, dass sie verständlich und interessant zugleich sind.

Über zehn Jahre lang schrieb der 47-jährige in diesem Stil Meldungen für die Homepage von Natur und Medizin und der Carstens-Stiftung – sowie für die Mitgliederzeitschrift von Natur und Medizin. Nun wird sich Rainer Lüdtke – unser „Mann der Zahlen“ – in Zukunft neuen Herausforderungen stellen. Er verlässt die Carstens-Stiftung, um eine neue Stelle beim Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft – dem auch die Carstens-Stiftung angehört – anzunehmen. So ist es an der Zeit zurückzublicken, danke zu sagen und unserem Kollegen und Freund alles Gute zu wünschen.

Wie alles anfing
Bereits an der Universität war Rainer Lüdtke als „der sachliche Herr Lüdtke“ bekannt. Ergebnisse zu hinterfragen, mit Zahlen zu jonglieren und Voraussagen zu treffen – das ist seine Welt. Seine berufliche Karriere begann der Diplom-Statistiker 1993 an der Universität Tübingen als wissenschaftlicher Mitarbeiter der Medizinischen Statistik. Hierbei handelte es sich bereits um ein Projekt  der Carstens-Stiftung, bei dem der Statistiker Forschungsprojekte der Carstens-Stiftung methodisch begleitete. „Konkret habe ich Forscher bei der Planung, Durchführung, Auswertung und Veröffentlichung von Forschungsvorhaben beraten“, erklärt Lüdtke.

Im Jahr 2000 wechselte er dann als fester Mitarbeiter in die Carstens-Stiftung. Neben den oben genannten Aufgaben betreute er in den ersten Jahren auch den wissenschaftlichen Nachwuchs. Zu seiner Hauptaufgabe entwickelte sich der Bereich „Wissenschaftstransfer“ – also die Übersetzung von Forschungsergebnissen in Laienverständliche Aussagen. Neben den Kurz-Meldungen für Homepage und Mitgliederzeitschrift von Natur und Medizin schrieb Rainer Lüdtke auch regelmäßig den Kompass-Komplementärmedizin (KoKo), in dem er über aktuelle komplementärmedizinische Forschungsergebnisse, neue Naturheilmittel und bewährte Heilverfahren berichtet, die aktuellen Studienergebnisse beleuchtet und den Mitgliedern einen verlässlichen Weg durch den Therapiedschungel weist. Dass der KoKo sehr beliebt  bei den Mitgliedern von Natur und Medizin ist,  hat unsere Umfrage in diesem Jahr gezeigt. „Den Koko zu schreiben hat mir immer sehr viel Freude bereitet“, so Lüdtke. „Vielleicht auch, weil es neben den Artikeln für wissenschaftliche Fachmagazine immer eine schöne Abwechslung war.“

Der 47-Jährige hat nämlich nicht nur Beiträge für die Carstens-Stiftung geschrieben, sondern er ist ein beliebter Autor für ärztliche Homöopathiezeitschriften, Fachmagazine für Heilpraktiker sowie Mitherausgeber von zwei wissenschaftlichen Zeitschriften zur Komplementärmedizin. Aber nicht nur seine Beiträge sind gefragt – auch als Referent ist der gebürtige Niedersachse sowohl national als auch international unterwegs. Egal ob Wien, London, Warschau oder Tromsö – das Publikum ist stets begeistert von seinem lebhaften Vortragsstil.
 
Handfeste Ergebnisse
„Natürlich freut sich ein Statistiker, wenn eine Studie am Ende zu einem klaren Ergebnis kommt“, so Lüdtke. Wie beispielswiese in der Blutegelforschung der Carstens-Stiftung, an der er neben Prof. Andreas Michalsen zentral beteiligt war. Das Ergebnis: Ein einmaliges Ansetzen von Blutegeln ist wirksam bei Arthrose des Knies, des Daumen-Sattel-Gelenks und bei einem Tennisarm. Aber auch seine große Verlaufsstudie zur Homöopathie, die er zusammen mit Prof. Claudia Witt für die Stiftung durchführte, lässt einen klaren Schluss zu: Patienten, die sich in homöopathische Behandlung begeben, können mit einer deutlichen Besserung ihrer Lebensqualität und einer starken Verringerung ihrer Symptome rechnen.

„Nach Kniegelenksoperationen ist homöopathisches Arnica D30 wirksam – es verringert nachweislich die Schwellung“,  fasst Lüdtke das Ergebnis einer Therapiestudie zusammen, die er zusammen mit Dr. Johannes Wilkens und Prof. Benno Brinkhaus begleitet hat. Aber nicht nur das Durchführen von Studien, sondern auch die Kritik derselben liegt dem Hobby-Fußballer. So hat er die zentrale Kritik an der Metaanalyse zur Homöopathie von 2005 geschrieben und veröffentlicht. Denn manchmal führt das Spiel mit den Zahlen auch zu falschen oder verfälschten Aussagen – die es gerade zu rücken gilt.

Und jetzt?
In Zukunft wird Rainer Lüdtke beim Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft 50 Stiftungen aus den Forschungsbereichen Physik, Technik und Medizin betreuen. „Meine Aufgaben dort werden sowohl verwaltungstechnische Dienstleistungen sein, als auch Konzepte zu entwickeln, wie man möglichst effektive Forschung fördern kann“, erklärt Lüdtke. „Spannende Aufgaben, auf die ich mich sehr freue.“ Aber ganz so leicht fällt der Abschied nicht: „Ich habe während meiner langjährigen Tätigkeit bei der Carstens-Stiftung viele Freunde gefunden“, so Lüdtke. Mit seiner fachlichen Kompetenz und seiner verbindlichen Persönlichkeit wird er sicher auch die neuen Kollegen schnell für sich gewinnen.

Die Mitarbeiter von Carstens-Stiftung und Natur und Medizin wünschen Rainer Lüdtke für seinen weiteren Weg alles Gute und weiterhin viel Erfolg!
 
 
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