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05.08.2011
Ambulanz für Naturheilverfahren und Umweltmedizin am Universitätsklinikum Freiburg
Einzigartige Zusammenarbeit zweier Bereiche mit nachhaltigem Ergebnis
Projekt
Ausbau und langjährige Unterstützung der Ambulanz für Naturheilverfahren und Umweltmedizin am Universitätsklinikum Freiburg. Ausgangspunkt Die Innere Medizin II des Universitätsklinikums ist Schwerpunkt der Region für Erkrankungen des Magen-Darm-Traktes, der Leber/Galle, des Hormonsystems und für Infektionen einschließlich HIV. Hier arbeitete für die Ambulanz ein Facharzt für Innere Medizin mit der Zusatzbezeichnung Naturheilverfahren. Die Abteilung setzt klassische Naturheilverfahren ein, wie physikalische Therapie, Bewegungstherapie in ihren verschiedenen Formen, manuelle Therapie, Massage, Entspannungstherapie, Ordnungstherapie als Anleitung zur gesunden Lebensführung, Ernährungstherapie mit verschiedenen diätetischen Programmen und Phytotherapie. Im Institut für Umweltmedizin und Krankenhaushygiene wurde ein Facharzt für Innere Medizin mit Zusatzkenntnissen in physikalischer Therapie und chinesischer Medizin eingesetzt. Versorgt werden hier Patienten mit sehr unterschiedlichen Beschwerden, etwa Schmerzen am Bewegungsapparat, Kopfschmerzen, Müdigkeit, Schlafstörungen, Schwindel, chronische Nebenhöhlenentzündung, Asthma bronchiale und weitere. Infrastruktur Für die gemeinsame Ambulanz wurden zunächst zwei weitere Ärzte im Praktikum sowie eine Sekretärin in Halbtagsstellung eingestellt. Nachdem die Tätigkeiten in Patientenversorgung, Forschung, Lehre und Integration in das Klinikum sich 1999 deutlich ausweiteten, wurde von der Carstens-Stiftung die Förderung für weitere drei Jahre übernommen wie auch zwei zusätzliche Arztstellen finanziert. Seitdem arbeiten in der Ambulanz vier Ärzte und ein Arzt im Praktikum, der jedoch aus eigenen Mitteln der Ambulanz finanziert wird. Forschungsschwerpunkte/Ziele Das Primärziel der Ambulanz war stets eine umfassende Beratung und Behandlung von betroffenen Patienten. Dabei wurden drei weitere Ziele verfolgt: Die wissenschaftliche Überprüfung von Naturheilverfahren, die Bewertung des Bedarfs an Naturheilverfahren am Universitätsklinikum und schließlich die Integration derjenigen Verfahren in die medizinische Versorgung, welche sich als wirksam erwiesen hatten. Ergebnisse Im Rahmen der Ambulanz wurden zahlreiche Studien durchgeführt, die die Wirksamkeit naturheilkundlicher Verfahren belegen. Exemplarisch seien etwa die positiven Ergebnisse von Mistel- bzw. Süßholzextrakt bei chronischer Hepatitis C genannt. Eine Studie zur Wirksamkeit der ganzheitlichen Behandlung bei uncharakteristischen Beschwerden ergab eine signifikante Verbesserung der Lebensqualität der Probanden in den Dimensionen „Körperlicher Schmerz“ und „Psychisches Wohlbefinden“. Zusätzlich konnte durch das integrative Behandlungskonzept die Bereitschaft der Studienteilnehmer verbessert werden, eine psychosomatische Betreuung anzunehmen. Außerdem konnte die Lehre ausgebaut werden: Die naturheilkundlichen Vorlesungen, die seit 1998 am Universitätsklinikum Freiburg durchgeführt werden, sind seit Wintersemester 2000 von der Ärztekammer zur Erlangung der offiziellen Zusatzbezeichnung Naturheilverfahren anerkannt. Damit kann – und dies ist wohl einmalig in Deutschland – die komplette Weiterbildung Naturheilverfahren an einem Universitätsklinikum angeboten werden: Mit der Vorlesung der theoretische Teil und in Form einer dreimonatigen Hospitation in der Ambulanz der praktische Teil. Regelmäßig finden in der Vorlesung Patientenvorstellungen und praktische Demonstrationen statt, sodass eine hohe Praxisnähe besteht. Darüber hinaus ist die Ambulanz über die Universitätsklinik Freiburg eingebunden in den Arbeitskreis umweltmedizinischer Einrichtungen an Universitäten, den „Multiple Chemical Sensitivity Forschungsverbund“ unter Leitung des Robert Koch Institutes in Berlin und in die Kommission „Methoden und Qualitätssicherung in der Umweltmedizin“ des Robert Koch Institutes. Letzteres ist nach dem Bundesumweltamt die höchste Kommission in der klinischen Umweltmedizin und maßgebend in der Beurteilung von pathogenetischen Zusammenhängen in diesem Bereich. |