28.08.2011

Von der Wünschelrute bis zum Blutegel

Geschichte der Carstens-Stiftung
Anfänge
Das erste von der Carstens-Stiftung geförderte Forschungsprojekt befasste sich mit den "phagozytosesteigernden Wirkungen von Homöopathika" und war bei Prof. Dr. H. Wagner am Institut für Pharmazeutische Biologie der LMU München angesiedelt.

Sehr bald danach folgten die Projekte "Aufklärung unverstandener biologischer Effekte von Mikrowellen" (Prof. Dr. F. Keilmann, MPI für Festkörperforschung, Stuttgart, und Prof. Dr. W. Grundler. Gesellschaft für Strahlen- und Umweltforschung, Neuherberg) und "Statistische Untersuchungen ortsabhängiger Reaktionen" (Prof. Dr. H-D. Betz, Sektion Physik der LMU München, und Prof. Dr. H. König, Institut für technische Elektrophysik der TU München). Dies war die so genannte "Wünschelrutenforschung", die in der Öffentlichkeit kontroverse Reaktionen hervorrief.

Universitäre Lehre
Bereits 1984 begann die Stiftung neben der Förderung wissenschaftlicher Forschungsprojekte auch Lehrprojekte an den Universitäten zu fördern, z.B. die "Arzneipflanzenexkursionen für Mediziner" von Prof. Dr. F.C. Czygan vom Institut für Botanik und Pharmazeutische Biologie der Universität Würzburg. Seitdem werden nicht nur Lehraufträge für Homöopathie und Naturheilkunde unterstützt, sondern auch studentische Arbeitskreise, die sich mit der Komplementärmedizin auseinandersetzen. Außerdem hat die Stiftung zusammen mit der Hochschule Hannover ein Curriculum zur Komplementärmedizin entwickelt, das den medizinischen Fakultäten zur Verfügung gestellt wird.

Modellprojekte und Ambulanzen
Schließlich fördert die Carstens-Stiftung seit 1993 auch Ambulanzen an Universitätskliniken, in denen schulmedizinische und komplementäre Ansätze miteinander vereint werden sollen. Diese Ambulanzen dienen sowohl der Patientenversorgung als auch der Erforschung der komplementärmedizinischen Verfahren. Die erste von der Carstens-Stiftung initiierte Ambulanz ist die von Prof. Dr. I. Gerhard geleitete Ambulanz für Naturheilkunde an der Frauenklinik der Universität Heidelberg. Außerdem wurden naturheilkundliche Ambulanzen bzw. Modellprojekte an den Universitäten Freiburg (Gastroenterologie und Umwelthygiene), München (Pädiatrie), Essen (Innere Medizin) und Jena (Onkologie) gefördert.

Homöopathieforschung
Die meisten Fördermittel der Carstens-Stiftung flossen in Projekte der klinischen und der experimentellen Homöopathie-Forschung. Insgesamt flossen mittlerweile etwa 5 Millionen Euro in Projekte zur Homöopathie und in die Förderung des wissenschaftlichen und ärztlichen Nachwuchses. Neben den Fördermaßnahmen führt die Stiftung seit Beginn auch Eigenprojekte durch. Diese machen etwa die Hälfte des Gesamtetats aus.

Bilanz
Seit ihrer Gründung hat die Carstens-Stiftung fast 30 Millionen Euro für die Forschungsförderung von mehr als 700 Fördermaßnahmen zur Verfügung gestellt (Stand 2011). Hieraus gingen über 700 wissenschaftliche Veröffentlichungen hervor, insgesamt 77 Bücher wurden vom stiftungseigenen KVC Verlag veröffentlicht.
 
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